Dienstag, 29. Mai 2012

Erotische Dreizeiler

Am Türrahmen
lehnen wir, Fingerkontakt -
sachte ins Schloss. . .


Blicke berühren,
ausgelagert die Fühler,
mit Widerhaken


Funken am Waldweg,
der Ginster blüht unerwartet
trittst du neben mich




Zwischen Rebzeilen
Wolke schiebt sich über mich
bald wird es regnen. . .


Duftendes Schaumbad -
die funkelnden Momente
im Scheinwerferlicht


Und Federgräser
berührt vom Zweig des Mondes
spiegeln sich im Teich

Schiebe das Baguette
in den glühenden Ofen:
ich habe Hunger

 

Beim Abschiednehmen,
die sanfte Hand am Rücken,
der Abdruck länger



Donnerstag, 17. Mai 2012

Spur

Unsere Spur
eingegraben
in die weiche Erde
Nadelduft
und Pilzeleuchten
deine dunkelgrüne Jacke
im Bürstenschnitt
dein ehemals schwarzes Haar
und Bart
ein Muss
für meine Handflächen
im Wiederholungsfall
sorgsam
die Oberlippe freigeschnitten
ich weiß nur für mich
eine Quelle
erotischen Gedeihens
maghrebinisch dein Antlitz
ein Ausbund an Sanftmut
und Daunigkeit
nur in meiner Nähe
hattest du gesgt
deine sinnlichen Lippen
rosig schon von weitem
wir trafen uns auf jenem Weg
nur für die erste Umarmung
unser Nest
hattest du
längst schon gebaut

Hausherr

Als ich erwache
höre ich Geschirr
die Frau des Hauses
mitten in der Arbeit
verschlafenen Auges
nehme ich den Rücken
eines Mannes wahr
er holt Wäsche
aus der Kommode
geht wieder hinaus

das Zimmer strahlt hell
zartgelb und weiß
die Wände
habe ich
zu lange geschlafen
frage ich mich
doch liege ich
in meiner Bettwäsche
meiner Gastgeber
zuliebe


noch warm
unter der Decke
öffnet sich leise
die Türe
der Hausherr
tritt ein
ein blonder
schlanker Mann
um den Hals
ein goldenes Kettchen
nähert sich
meinem Bett
beugt sich
über mich
die Arme abgestützt
auf der Liege

ich habe mich
sehr gefreut
dass du gestern
auch hier warst
sagt er
sehr freundlich
beinahe flüsternd
beugt sich tiefer
meiner Nase entgegen
sanft
küsst der mich
ich antworte
zungig
seine Haut
schimmert gelblich

schiebt die Decke
zur Seite
welche Wonne
in seinem Gesicht
er legt sich
sachte
auf mich
ich spüre
seine Erregung wachsen
es wird nicht
so schnell gehen
deutet er an
meint er mich
dann täuscht er sich
ich habe
große Lust
meine winzige Bewegung
gilt ihm

den Schlüssel
dreht er leise um
durch seine
weiche Hose
drückt sich
die Wölbung ab
mein Nachthemd
knöpft er
zu Hälte auf
ich schlinge
meine Beine
um seine Hüften
wir folgen
blindlings
unserem Impuls
einer Morgengabe.








Mittwoch, 16. Mai 2012

Tisch

Gerade eben
wurden die Vorspeisen
aufgetragen
eine kleine tiefe Schüssel
mit dem etwas
zu großen Löffel
schlürfe ich geräuschlos
meine Fischsuppe
wir wundern uns
über Büffelmozarella
im Salat

nach links
die angeregte Unterhaltung
über einen
sonderbaren Laden
die Erfolgsaussichten
gegenüber geht es
über Fußballvereine
und ihre Tauglichkeit
eine Grillfeier steht an
noch während
meine Blicke
aufmerksam
die Beiträge verfolgen

gleitet an meinem
Oberschenkel
ein glatter Gegenstand
vorbei
eine kleine Tasche
vielleicht
ich drehe mich um
mein Nachbar
blickt entschuldigend
ein wenig lang
nach fünf Minuten
wiederholt sich
die Berührung
doch sie bleibt

Finger einer Hand
ich zucke
nicht zurück
elektrisiert
lasse ich die
Wellen in meine
Tiefen gleiten
den Fingern
folgt die Hand
ein wenig Druck
die Winzigkeit
einer Bewegung
mit dem Daumen
und ich verharre
weiterhin
während seine Hand
ganz langsam
auf- und abwandert
meine Beine
spreize ich
in vollem Genuss
beinah berühren sich
unsere Knie...






Schimmern

Meine Gedanken
wandern zu dir
ein Hauch
gewebt aus
Sehnsucht
und Lust
gesäumt von
einer Geborgenheit
dir du ausstrahlst
deine Hände
fühle ich wandern
auf mir entlang
deine Berührungen
legen sich
zu meinem
Innersten
und geben meiner Haut
ein Schimmern
wie Perlmutt

Montag, 14. Mai 2012

Laube

An einem späten Nachmittag in jener
Geißblattlaube einer lichten Katakombe
die auf einer ziselierten Traumpagode
aufzuschreiten Amselarien uns nah

gardinen Meisen hüpfen auf diversen
Zweigen und wir nisten uns zu Fuße eines
buschigen Kastanienbaumes hören auf die
Stimmen in uns die den Gaumen nicht

verlassen ein Orenda du sinnierst auf die
Nocturne wir tauschen Brot und trinken
Wasserwein berauscht in dem gefundnen
Codex liegen unbekannte Seiten die wir

kosten eine Azallee blüht rosig wie ein
Seidenmantel wir entheben uns des
Beiwerks lehnen uns an Grenzen die
verwischen Hephaistos schickt uns Leibes

wächter nicht nur Lambitus wir münden wo
wir native speaker unsre Träume lagern
Wechselschatten unter Windmühlflügeln
sterben über uns die Äste wie Kometen.

Sightseeing

Ich kleide mich
zum Ausgehn an
trag heute einmal
keinen Slip
unter dem kurzen
engen Rock
und meine Bluse
transparent
von dünnster Webart
Hauch von Stoff


Büstenheber
nur ein Halter
unterm Busen
oben zeigt er
beinah alles
auf dem Boulevard
spaziere ich entlang
und schaue
mir die Herren an
die sich nach mir
schon umdrehn

ihre Blicke
fang ich ein
und weit darunter
ein sich zeichnendes
Verlangen
blinzle ihnen zu
wenn ihre Münder
sich leicht öffnen
eine Zunge über
ihre Unterlippe gleitet
erheische ein
paar Lächelfalten

einer und  noch einer
nähern sich
und suchen
finden
ein paar Worte
Komplimente
das Gespräch
in ihren Augen
leuchtet Feuer
wir ergötzen uns
daran...


Freitag, 11. Mai 2012

Rückenmassage

Eine Rückenmassage
war dein
freundliches Angebot
und es fiel mir nicht ein
es abzulehnen
du öffnetest sachte
den Reißverschluss
meines Kleides
und deine Hände
glitten und kneteten
meinen Nacken
und den Rücken hinab
mein Büstenhalter
konnte dort
nicht sitzen bleiben
und du löstest
den Verschluss
und deine Hände
glitten und massierten
ich genoss
deine Wohltat
während das Kleid
von den Schultern
geschoben
auf meine
Unterarme sank
und du legtest
sanft
den Rücken frei
deine Hände genossen
das Spiel mit mir
mein Kleid musste
Stück für Stück
weichen
den Berührungen
an Rippen
und Seite
und es fiel mir
ganz auf den Schoß
mein Büstenhalter
folgte ihm
welch zarte Massage
des Dekolletés
und dann
meiner Brüste
bis hin zum Bauch
und weiter noch
in meinen Slip
ich stöhnte bald leise
während die
Lerchen
den Sommerwind
besangen.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Hemdsärmel

Ich strahle dich an
deine Wangen
befühle ich
meine Finger
vergewissern
und deine Arme
mit meinen
Handflächen
Durchschlupf
in deinen Hemdsärmel
meine Ohren saugen an
deiner Stimme
sprich weiter
Lippen
schleichen sich an
noch während
ich antworte
sanfte Belagerung
meine Zunge
ist neugierig
sie berühren sich
ich gebe mich dir hin
ganz

Paradies

Ein wenig abseits an den Straßenrand
geparkt die Decke gut verstaut den Schlüssel
in der linken nähern wir uns dem Portal
ich sperre auf wenn du die Blicke schweifen

lässt die schwere Türe fällt ins Schloss wir
treten ein und kalter Weihrauch strömt die
Nase du umfasst mich sanft von hinten küsst
auf meinen Hals die Atemuhr beschleunigt

sich wir zünden eine Kerze an ich dreh mich
um zu dir wir küssen uns im Kicherflüsterton
ich wühle in den wichen Haaren trägst sie
lang verbergen meine Hände meine Bluse

birgt von unten deine aufgeregten Hände
doch sie spannt du fährst mit ihnen auf und
nieder unsre Münder bergen gegenseitig
weiche Zungen komm und löse dich con mir

wir steigen zur Empore auf ich fasse dich
an jeder Stufe um die Hüften deine Hose
spannt um das Gesäß und vorne ebenso wir
hauchen unser Flehen ins Gewölbe hinten in

der Ecke lassen wir uns leise nieder spielen
mit den Fingern Händen Füßen Armen Beinen
und du öffnest meine Bluse schiebst den Stoff
zur Seite zögernd zeig ich meinen Busen den

Altar mit den geweihten Warzen und du seufzt
in völliger Erregung schiebst du meinen Rock
nach oben nein ich trage nichts darunter denn
mein Heiligtum soll vor dir liegen lüstern deine

Blicke meine Hände treiben deine Hüften an
du willst jetzt deine Hose auf die Seite legen und
dein Kandelaber liegt in meinen Händen sieh
die Kerze kommt zum Vorschein ich umfasse

dich mit meinen Schenkeln Seit an Seite dringst
du spielt dein wunderschöner Penis heftig mit
den Lippen meiner Leidenschaft und das
Verlangen gründet tief und feucht du fährst hinein

und unsre Hüften tanzenWalzer ach ich selber
fange Feuer an verbotner Lust dein Stöhnen lässt
sich nicht mehr halten platzt schon bald aus uns
heraus und reißt uns beide fort ins Paradies.

Dienstag, 8. Mai 2012

Pusteblumen

Im reifen Weinlaub liegend blasen wir
die letzen Pusteblumen ins Gesicht und
nehmen diese Samenschirme auf mit
unsern Mündern lecken uns damit die

Zunge wieder frei auf Wangen Brust und
Bauch du leckst sie mir auf meinen Rücken
auf die Lenden dort wo jenes Dreieck der
Magie verwurzelt liegt kaum kann ich mich

auf meinen Knien halten wohin die Zunge
gleitet hinterlässt sie eine Spur des Glanzes
jetzt noch ist es warm genug und du liegst
auf dem Rücken deine Hände hälst du an mir

und erkundest mich ich senke mich hinab
zu dir die letzten Samenschirme werden
Löwenzähne in mich setzen und ich
erschauere bei dem Gedanken an in

Windeseile wachsend Stängel die mich
reiben innenwärts es zieht ein warmer Hauch
um meine Schenkel deine Nasenspitze
spür ich wohl und weiß doch nicht wer

mir die Feuchtigkeit gespendet ja womöglich
hat ein Stil des Löwenzahns in mir gesaftet
werde watteweich wie jene Pusteblume
als wir sie in Händen hielten lachend

und uns zugewandt und meine Weichheit
geb ich schmelzend preis du hast dich
auch schon aufgekniet dicht hinter mir
fasst du die Hüften ziehst mich an dich

hin und endlich die Erlösung für die
schäumend Weichheit endlich findet
sie hier festen Halt und Anstoß oh wie
ich zerfließe bei dem Anblick auf die

vielen Pusteblumen ach ein Meer von
Samen will vergossen werden und wir
sehen in die gleiche Richtung auf die
Wellenhügel Samen Wellen Samen.

Brüste

Gedanken eilen
dir voraus - meine Brüste
rennen hinterher

Sonntag, 6. Mai 2012

Sekunden

Wie lange ist es her dass wir
lustwandelten in deinen Räumen
legtest deinen Arm um meine Schulter
und mein Kopf gelehnt an dich

auf deinem blauen Filz die Füße
tasteten ein Sandgeräusch frei
wie am Meer von deinen Wänden
schlugen Wellen uns entgegen laut

und gischend unser Wohllaut wenn
wir uns zu necken suchten gurrend
wie die Tauben die vor deinem
Fenster auf den Bäumen saßen und

du reichtest eine Tasse Tee er
schmeckte wie das tiefe Leben
das wir erst gekostet hatten und es
war doch nur ein paar Sekunden her.

Samstag, 5. Mai 2012

Besuch

Ich hatte dich schon jahrelang
im Blick so ganz in meiner
Nähe ist dein Haar ergraut
doch bist du immer noch in

meinen Augen eine Weide dein
Gesicht strahlt Freundlichkeit
und Traurigkeit ein wenig Sehn
sucht gar und wenn in deiner

sanften Stimme du dein Wort
erhebst und du mir etwas nahe
kommst dann glaube ich es ginge
dir wie mir du siehst mich an

beinahe eindringlich als solle ich
in deinen Augen lesen eines
Tages traf es sich du standest in
der Türe ich bat dich hinein wir

tranken eine Tasse Tee und du
erzähltest hörtest nicht mehr auf
und kamst mir näher deine Hand
lag auf der meinen sie bewegte

sich bergauf als deine Stimme
stockte und du fragtest ob auch
ich es wolle kurz vor deinem
Kuss ich sagte dir schon lange.

Spiel

Spiel mit dem Feuer
ist Tanz um den Tanz
um ein Brennen das
niemand erahnt und

erkennt und erfährt doch
das lichterloh dann sich
entzündet an Blicken
an Gesten Geheimnis

des Zwinkerns Berührung
nur eine Sekunde die
ewig als Gleichnis
bedeutende Hoheit erlangt.

Freitag, 4. Mai 2012

Lachen

Nicht immer war es Dauergast
zwischen unsren Mundwinkeln
woanders weilte es bei Fragen
doch nicht zuverlässig und bei

Schweigen es drängte sich schon
sehr bald auf und auch im Flüster
ton warfs rosa Pfeile so dass das
unterbrochne Glucksen klirrend

Kitzelscherben traf sich über uns
im Flug das Lachen gegenwärtig
das uns bleiben wird deines auf
mein Augendrehn und meins

auf deine Reaktion davon auch
unsere Verfolgungsjagden badeten
in lautem Lachen und noch immer
lächle ich wenn ich dran denke

an deinen Telefonpartner als du
mich eng umschlungen in Empfang
nahmst ein stilles Lachen bei den
leisen Treppenhausgeräuschen

umso offener mein Kichern als ich
dein Erstaunen sah wozu man
diesen wunderbaren Secco
schmunzelig verwenden kann.

Sie küssen sich

Dein Gesicht berühre ich mit meinen
Blicken das Begehrten deiner Lippen
deine Arme hebe ich im Schein
deine starken sie betören mich

und ich fahre ihre Linie nach
hinab und hinauf fester und über
deine Haare leicht jedes einzelne
sucht meine Hand meine Zunge

kann nicht warten zu lecken über
deine Sehnsuchtsbehaarung Knospen
legen Samen der Erregung in deine
Haut deine Poren hinabgleiten

lasse ich meine Hände die Hüften
fassen im Griff halten reiben den
Gürtel die Hose ziehen meine Außen
seiten in die Mitte dort wonach sich

die Erkundung sehnt deinen Po erfassen
kann ich nicht mit meinem Griff doch
drücken seine Festigkeit unmöglich
ohne ihn an mich zu ziehen mit meiner

Scham sie küssen sich wie wir uns tief
und diese Tiefe soll uns ganz erfassen
mit allen Sehnsüchten Begierden
mit allem Stöhnen unsren Körpern.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Liebesbrief

Liebster - wie romantisch gewellt
die Anrede des Liebesbriefes mit
Federkiel und Postkutsche einer
langen Wartezeit in der das Hoffen

kein Ende nimmt die Eile keine Eile
hat zu Symbolen geschliffen im
Kontext ihrer Eindeutigkeit die Bot
schaften ohne Bringer mit abkömm

lichen Siegel lösen sich die Worte
ins Vegetarische kühler als fleischig
aber straußig und global gewürzt
das Verzehren trägt das gleiche - sich.

Nahe

Wie gern
wäre ich dir nahe
sehr nahe
schweißnahe
mit Porenkontakt
und Gleitgefahr
ich dein Segelboot
du mein fliegender Teppich
Halt finden im Sinkflug
die Bewegung erst lässt
sahnig spüren
auf ganzer Haut
wenn sich die Knospen
begegenen
sich die Lippen treffen
Zündköpfe an Rauflächen
reiben
gibt es doch
kein Halten mehr.

Streben

Das Streben, fortwährend das Streben
auffordernd treibt es die Nähe uns zu
deine geflügelten Boten breitest du
wie einen roten Teppich ins Meer
die Falten drückst sorgsam du aus
und er rollt vor die Füße
ich hüpfe gezielt auf die Decke
sprich zu mir in deiner papierenen Art
ein raschelnder Ozean wühlt
und abgründig flüsterst du mir
sodass meine Hände dich ankern
wenn gefaltete Meere moussieren
und Nischen erobern
die trocken mir lagen
dann bau ich in Windeseil Brücken
in alle Regionen, waghalsige Dinger
bei denen der Spaß sich mit
Furcht mischt
komm zu mir auf all meine Auslagen!
du hörst mein Verlangen und knöpfst
die Streben des Strebens sind fest
zerwühl meine Haare und spiel
mit mir Wind. Du küsst
all meine Inseln und lässt deine Sterne
drauf wandern. Das Streben der Möven.

Feuer

Meine Finger sind
Antennen
die Gefühle sehen
und sie führen
meine Fingerkuppen
zielgerecht
an deinen Körper
wo hautunterflächig
deine Lust
die Haut zum Kochen bringt
an den Enden
meiner Hände
sind Tentakel
die sich legen
in die Poren
und die Ströme leiten
oh, dein Feuer
möge fahren
weit hinein in mich
und sich verteilen
sich vermehren
unter meiner Haut
und sie dann zum
Quellen bringen
Explodieren
dass ich hautlos
grenzenlos
und feuervoll
mit dir verschmelze.

Irisfarben

Über die Irisfarben unterhielten wir uns
du öffnetest meine Fenster
und ließest Geheimnisse hinein gleiten
die ich inmitten meiner
weißen Rosen Blütenblätter barg.
Ich hielt dies Thema nie für wichtig
denn meine Farbe sieht verwaschen aus
doch deine leuchtet weit.
In deinem Musentempel tanzten wir
auf Wurzelholz den Tango
sich sternend greifender Hände
mitten im Refektorium hielten wir Mahl
ein Reichen und Kosten in zahllosen Gängen
die Karte eiferten wir in Minuskeln.
Zu mischen waren unsre Getränke
nur so gelang die Geschmacksexplosion.
An Zeitlosfenster uferte der Kontumazgarten
und Bretterwände lustwandelten mit Graffitti
in allen Irisfarben
gut für ein scheinbares Versteckspiel.
Am Telefon gingst du mir ins Versteck hinterher
warum, weiß ich nicht
doch werde ich gerne gesucht
es wächst das Gefühl für die Liebe in Schritten.
Das Schelmengässchen armt das Haus
mit imitiertem Dreipass und dem
knackenden Geräusch des
nahen Kaugummiautomaten.
Ein eigener Parkplatz sagtest du, und ich verstand.
Es füllte mich und überfüllte mich
mit Liebeswasser. Ja, es war Liebe
die Liebe der Merianschmetterlinge.

Wir

Meine Hände fahren Wolken
auf deinem Haar und meine
Zunge gleitet über deinen Nacken
mit Fingernägeln füge ich dein Ohr
es perlen Klänge in arabisch Moll;
forme meinen Körper ganz und gar
mit deinen Schöpferhänden
lege deinen Löffel tief in meinen Kelch
lass uns Nester pflücken mit den
Körperwänden und die Federn sammeln
meinen Kopf willst glätten du
ich tropfe dir derweil mit meinen Wimpern
einen Segen in dein Nasenloch
es atmet aus und ein die Wärme
die mein Hals dir schenkt
und meine Brust
doch ganz verborgen in den Winkeln
deines Zauberreichs
stehen scharfe Gräser
damit ich nicht vergesse
wie stark du bist ich habe
keine Chance gegen dich
nicht in geringster Hinsicht
doch auch du kaum gegen mich.

Flussaufwärts

Zeitgänge die mir ein Schiffchen
schreiben Wald pfade in Sackgassen
endend und Händedecken mit Frage
zeichen blicke ich durch Trübnis
flussaufwärts schleifen gelbe
Bänder sich wie hast du wohl
gewählt auf welchen Flüssen segelst
du mit welchen Booten beharrlich
knüpfen deine Sicher heiten die
Linien für dich und deine Zeit verlachte
mich nicht einmal nur ich ging doch
glaubtest du dein Mantel hinge noch bei
mir nur eine Glashaube ists meist trübe.
Sagittales Wortgefecht doch wer hat
es gelandert die Frage echsen rätseln
selbst in ihrer Sprache fischt man keine
Fringnis das Trübe kehrt zurück in
Sicht und in Gemüt hier ist Vermehrungs
ort der Echsen flussaufwärts mag die
Quelle sudeln benehmbar ist sie nicht.

Gras

Meine Hand zwischen Faser und
Gras viel Anberaum schenkst du
mir entre Lufthoheit und Ent
faltigkeit mein Ankommen ist in
der Waage deine Hände die Schalen
im Mezzanin dort wo Türen ein
ladender erscheinen im gelbfahlen
Lichte des Korridors dieser Vor
behaltsort hitzt sich ins Mediterrane
und gefällt mit Zuschaustimmung so
dass dies geflüsterte Knistern
und Schleifen aufgesaugt von den
Bekundungen wird gegeben und wieder
gegeben ein Flügelschlag nous sommes
arrivee und wir baden auf Gras
mit all unsren Gespüren.

Zauber

Es geht ein Zauber aus
von deinen Augen
wenn du mich kosend
siehst, bewegst
es strahlen Sterne
aus den Händen
die sich entzünden
an den meinen
lass fließen uns
in Haut und Flor
und uns zu
Strömen werden
es wasserfällt und rauscht
in Leidenschaft
wir sind im Strudel
überflügelt.

Komposition

Wie sorgselig du mich berührst
deine musischen Fingerspitzen
setzt kompositorisch du
auslotend die Stöme der Felder
wie Noten in einer Sonate
die sich fügt dem Gesetz der Natur
sich schwingt und sich windet
von zartmöglich bis ohrenbetäubend
von Kichern bis Weinen vor Rührung
du setzt, ich bin Fluss deiner Klänge
ein Kreuz schreibst du mir auf die Stirn
das b auf die Brust
es setzt und sitzt tiefer
dringst ein in die Weite des Fühlens
des Sehnens, Erlebens
das Stück folgt dem Auftrag
und reichlich trägst du mir auf
die Fülle des Fließens und Perlens
beeindruckt, befreit aus der Enge
der Schlussakkord wahrlich titanisch
das Werk ist vollendet
die Punkte, Betonungen, Zeichen
du streichst mir den Rücken
es singt in den Augen.

Hand

Reich mir deine Hand durch
all die Jahre die wir unsre
Nähe lebten selbst die Zeiten
vor uns kennst du und bewahrst

sie weil du weißt was mit mir
schwingt wenn du gelegentlich
an mich noch denkst vielleicht
auch täglich reiche mir die Hand

die wunderschöne die ein Spiegel
bild und wie für mich gewachsen
sagtest scherzhaft du zu mir in
jenen Ebenen als Dunst über die

Felder zog reich mir die Hand
die ausgestreckt du hieltest und
geduldig wartend bis ich Regen
mich in sie ergoss und die mich

fest hielt mich berührte sinnlich
und verlockend die sich anbot
wenn ich mal ein Mundbedürfnis
hatte deine Hände ich vermisse sie.

Dienstag, 1. Mai 2012

Knopf um Knopf

Mich feiert und ich öffne eine Flasche
Riesling Roter wäre mir jetzt lieber schon
der Farbe wegen und des Samtgeschmacks
die weiße Säure kreuzt mein Inneres und

dieser hier ist wahrlich sauer mäßig feiern
nur als Zeichen auf der Zunge unbemerkbar
in die Kehle gleiten lassen mir gehört der
Tag an dem ich dir begegnete dir näher kam

und näher Kleidung öffnete wohlwissend
wie die Flasche Dreh um Dreh und Knopf
um Knopf als ich schon längst auf deinem
Schoß die Küsse regneten vom feuchten

Autohimmel nah vorbei an deinen Blicken
und wer weiß wie unscharf ich dir vorkam
oder scharf als du mich dann befühltest du
als Gast in deinem eignen Auto Saum meines

BH erzitterte als ich erregt zurückwich jeder
Hauch erschauert mich dort sirrt die Spannung
der Antennen unter meinem Slip wuchs eine
harte Pflanze welche mein Verlangen nährte sich

pulsierend zu begrüßen zu erforschen Knöpfe
bis zum Untersaum des Kleides deine Hosen
lagen auf dem Boden ich durfte ihn begrüßen
sanft und langsam saugte ich dein Stöhnen ein die

Wollust die aus Mund und Smegma strömte meine
Zunge kostete und koste ihn bevor er ganz in mir
verschwand die Geilheit trieb auf höchste Höhen
während sich die Autositze mit uns nässten.