Montag, 31. Dezember 2012

Anzug

Im grauen Anzug ...
bei gut gebauten Damen
schnellt sein Pfeil hervor

Duft

Du fragst mich
wonach ich dufte
je weniger ich das
erdige Aroma
benennen kann
umso häufiger
schnüffle ich
an meinem Finger
am ehesten
fällt mir das Entwicklerbad ein
oder ein Tennisball
ach und ich denke
an ein paar Worte
von früher
-so riechst nur du -

Schlitten-Dreizeiler

Über die Hügel
ich fahre Schlitten auf dir
die Federn knacken

Sonntag, 30. Dezember 2012

Bürotüre

Die verschmitzten Küsse
hinter der Bürotüre
wer wusste davon?

Bank

Du nahmst Platz
auf der Bank
und ich auf dir
nicht weit
gingen die Leute vorüber
als dich meine
schwingenden Brüste
berührten
kam uns das Jammern.

Rücksitz

Nicht wirklich bequem
auf dem Rücksitz, doch geil
Bonobostellung

Innenseiten

Die Innenseiten
streichle und drücke sie mir
sanft auseinander ...

Telefon

Eine gewisse Zeitlang
die Unterredung schwang
von hier nach dort
als sich die Farbe
der Fragen änderte
was hast du an
und was darunter
beschreibst du es genau
wo hältst du deine Hand
welchen Duft entfaltet
deine Blüte
um in Eindeutigkeiten
zu wandeln
langsam ziehe ich
die Beinkleider aus
die Hand füllt sich zusehends
es fühlt sich himmlisch an
(die Richtung stimmt auch)
und in Einsilbigkeiten
zu münden
und als Vokal-Ensemble
der Lust die letzten Klänge
und den größten Zauber
zu entlocken.

Glocke

Die Glocke läutet 18 Uhr
Vibrationen der Schläge
rollen mir entgegen
sitzbankseitig
schwingen die alten Steine
sturmerprobt
saugt mein Geläut
die Schallwellen auf
schwellende Königin
der dunkelvioletten Nacht
sie kennt nicht Scham
und Grenze
sättigt sich
im Schutz der Kleidung
an den Schwingungen
der rufenden Glocke.

Freitag, 21. Dezember 2012

Märchen

Fabeln und Schwänke erzählen wir uns
in Abschnitten halb verborgen
schemenhaft hinter Vorhangstoffen

bei denen sich Spiegel und Durchsicht
vermengen im Simultanen eines
ruhigen Baches der schattigerseits
seinen Grund zeigt

Flüstern tropft in die Handfläche
das Rascheln der Gardine
hebt die Augenbraue
hinter Steineästen wellt das Bächlein

und am Ufer wächst der Bärenklau
lässt erahnen schiebt die Zweifel
vor dem flüchtigen Bild beiseite

wir lauschen unseren Stimmen
zwischen Schmunzelsätzen
und steigern hörend das Vergnügen

am Vorabend des Kalenderendes
alter Mayazeit möge eine neue eilen
das Zeichen nähme ich
die Initialen keimend eingschlossen

lichtabgewandt schlägt die Wurzel
prall und rot die Knospe eines Kusses

unsere Hände malen die Erzählung aus
das Lächeln setzt das Licht der Abendsonne
Märchen können viel verschweigen.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Buchstabenweise

Nur buchstabenweise
lege ich meine Fährte aus
doch meine dürftigen Worte
ziehen flammend an dir

und buchstabenweise
dehnen sich deine Hände
wir erschmecken
die Extrakte unserer Küsse

befreien stillgelegte Ströme
lassen Lüste fließen
und geben nebenbei
unsere Statistenrolle auf.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Teelichte

Auf die Samtdecke
lege dich entspannt
von außen scheint

der Mond

ein bisschen Weihrauch
Teelichte brennen
stelle ich auf
deine Obschenkel
Armbeugen

sei nun mein Weihetisch
ich knie vor dir
hauche die Musik
auf deinen Körper
Worte lassen wir
verstummen

meine Zunge kühlt
bis hin zur Mitte
wo der Stamm
sich neu errichtet
meine Nässe
gibt ihm Firnis
und den Wurzeln
bis dein eigner Brunnen
überläuft

die Kerzen werden
langsam
heiß.

Samstag, 15. Dezember 2012

Deine Saiten

Wenn die Luft dünn wird
zwischen unseren Lippen
ich lasse dich gewähren

vertraue dir
meinen Honig an
lauschiges Schattenspiel
und jede Sekunde kostend
vor und zurück
wer hält länger inne?

Jammern ist angesagt
wenn zum Zwitschern
die Puste fehlt
windschlüpfriges Kolludium
auch wenn du
meine Noten kennst
so spielst du sie
wie eben erst entdeckt

mein Sein
nimmt neue Züge an
deine Saiten spannst du
auf meinen Resonanzkörper
und lässt mich auf deinem
Zeichen fingerpinseln
eine Raupe erobert
ihr düniges Reich.

Schiffchen

Dein Lächeln
spüre ich
durch den
weiten Ozean
das Schiffchen

deiner Lippen
das Segel
deiner Hände
unter Wasser
die Antriebsenergie.

Montag, 10. Dezember 2012

R e g e n b o g e n

R osenduft nach Frühlingsschauer
e ntdecken wir dort eine Mauer
g elangen auf die andre Seite
e ine Wiese unter Bäumen
n ehmen wir zum ersten Träumen

b eide fühlen wir Begehren
o hne uns noch sehr zu wehren
g leich sind wir fast ausgezogen
e nge Kleidung fortgeflogen
n aschen unterm Regenbogen.

H a f e n d e r L u s t

H at der Penis seine Größe
a alt er sich in glatter Blöße
f reudig rot die lange Spitze
e ifrig lugt er nach der Ritze
n atural ist sein Verlangen


d abei forsch und ohne Bangen
e rdet er sich in die Wiege
r auschgeflutet auf der Liege

L iaison der Lustbereiche
u nd der duftgetränkten Teiche
s tößt er sich dem Strahl entgegen
t anzt der Hafen auch im Regen.

Montag, 3. Dezember 2012

M i t t e r n a c h t

M ondstillhell dein Zimmer nur ein lila Rascheln
i nnewohnend und dein lichtverhangner Körper
t rudelt abwärts längs an meinem Leib vier Beine
t reiben schon ein Schlangenspiel verhakeln sich
e rgründen Lustempfänglichkeiten höher steigt der
r auschbesetzte Zustand den wir küssend nähren
n ehmen geben grenzbefreit verbrennen wir
a n unsrer höhlentiefen Lust der Schmelzpunkt naht nach
c irca sieben Wogen unter uns wir feuchten
h alten engumschlungen unsere Ekstase
t onlos noch die Stimme deine Blicke gründen.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Wenige Wochen noch

Wenige Wochen noch
dein neues Fahrzeug
mir noch unbekannt
und du...
bis du grauer geworden
oder haarfreier
du wirst dich erinnert haben
deine Lippenränder
wünsche ich mir bartfrei
bitte trage
deine dunkelgrüne Jacke
sie ist mir wichtig
ich werde es dir schreiben

noch verbiete ich mir
an deine Hände zu denken
Wunderwerke der Natur
längst nicht nur an Schönheit
und jedesmal und immer
öffneten sie das Buch
meiner tiefsten Gefühle
deine Zuneigung und Glück
deine Worte und dein Lachen
stehen heute noch
in meinem Band Erzählungen
die das Leben schrieb

deine langen Kurzbotschaften
kurze Handykichereien
das Regenlied
vor einem Jahr genau
stand der Termin
und fiel
mit einem  Reifenwechsel
wir blieben uns
nahe

bald
du wirst schon
vor mir da sein
wir werden uns
in den Armen liegen
ein Kuss
von Schmelzigkeit
der nie
zuende geht.




Wünsche

Ich möchte
das Licht
deiner Augen tasten
meinen Zeigefinger
auf deine Nase legen
deine Wangen
mit Handblumen übersäen
an deinen Lippen
entlang tauchen
mich mit deiner Stimme
benetzen
uns ineinander übergehen
nicht voneinander
lassen.