Samstag, 19. April 2014

Osterfrühstück

Osterfrühstück mit Barockmusik
der weiche Hefezopf beherbert
ein Gespinst von filigranen Bindungen
vernetzt in Zärtlichkeiten bildet jeder

Knotenpunkt mit jedem anderen
auf heimlich unheimliche Weise den
beweglichen Kontrakt der meiner
Nase schmeichelt butterunterwandert

gleitet eine Spalte süßer Schein in
meinen Mund und löst sich förmlich auf
indes die königliche Tanzmusik den
Puderzucker stauben lässt in Dreh

bewegungen verknüpft sich der Gesang
der Geigen mit Rosinenpunkten auf
dem Sofa und in Allegrettoschritten
lösen wir uns gaumenfreudig auf.

Samstag, 15. März 2014

Mondelang

Himmelstürmend switscht die bleiche Eminence
aus der Konservendose eine Traumland-Headline
reichen wir uns hin und her wir sind die Upperclass
der Silberfische üben uns im Pantomimenspiel

der Zeigefinger & wir schmunzeln weiß auf das Papier
dem Zahn der Zeit entkommen wir zwar punktuell
& spaßeshalber landen im Beschleunigungskanal
der Keinmalklugen doch der Speicherplatz erweitert

sich im Spannungsbogen der wie die Girlande einer
Freudenfeier unsren Raum begrinst wir geben uns
der Anstandslosigkeit flexibel hin die längst die
mondelange Herrschaft über uns beansprucht.

Dienstag, 11. Februar 2014

Kleine Maske

Sanft riefst du mich
auf deine Liege
über mein Gesicht senkte sich
eine kleine Maske
deine Finger knüpften ein Band fest
mir wurde schwindlig denn
grenzenlos war
die einströmende Dunkelheit
umhüllte mein ganzes Leben
auf einen Punkt geneigt
den Blick nach innen

drang ein Duft von Lavendel
keimte durch meine Poren
wusch sich aus tastenden Kelchen
netzartig auf meinem Körper
warmer Sirup strömte ohne Hast
über meine Sommerhügel
und meine bejahendeTalquelle
aus der das Elixier des pflückenden Lebens
in meine Ganzheit überging
und deine Hände waren meine Erde
die mich tiefer
als mein Selbst durchdrang.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Ritt

Nicht aufzuhalten unser Ritt durch die Prärie im Wasserfall
wir hängen aneinander halten uns im Gegenpol als könnten
wir uns so vor dem Ertrinken retten denn der Fallschirm
bleibt verschlossen wie Gardinen nach den schmalen Seiten

lösen wir die Worte auf verlieren unbemerkt an Höhe
werfen erst die Kleider ab die uns Verknotete verschlingen
in der angepeilten Nähe sehen wir uns nicht mehr scharf
wir lachen wie so oft wenns einzweideutig wird es ist die

ungetrübte Haptik die verschlungnen Beine auf dem
Sofa reißt die Kette auseinander gleiten wir durch die Prärie
der beiden Hügel Täler Schluchten schwarzen Löcher
die nichts wollen als gefüllt zu werden himmelwärts

strebt das Gefieder in der Körpermitte fest am Zügel
wehen wir behände meine Finger graben sich in deinen
Nacken unsre Zungenflügel gleichen Fledermäusen
die den Schutz der warmen Dunkelheit erobern.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Pergamentstaub

Die Luft verdichtet sich mit Pergamentstaub
scharfe Krümel und wir tänzeln wie auf Spitzen
um das dunkle Segeltuch an dessen Ufern wir
gestrandet sind es deckt die weißen Placken zu

bevor die Wände neu gebilligt weihen wir den
rauen Boden ein und jenes Wasser schwebt
noch morgen dort das Potenzial der Mauer
neben dem Kamin die Deckenbalken frei bis

zu den goldnen Ziegeln undurchsichtig für
das dauerhafte Täubchengurren das sich
über uns ergießt an Schattenrändern fließen
Wolken in die gute Stube und umnebeln selbst

die tiefen Ecken alles Kantige verschwindet
in dem miteinandersanftbewegten Taumeltau
in dem die kristallinen Blumen wilder wachsen
und wir werden Teil des Himmelssegeltuchs.

Montag, 13. Januar 2014

Schmelzpunkt

Nimm meine Hand ich führe dich ins Liebesparadies
die Trauben hängen tief und violett wir lassen sie
in unsre Münder hängen glatt und ungezählt
die Wände bis zum Orient Vanille Zimt und Marzipan

wir liegen auf der Stufe zupfen Moos heraus zur
winzig kühlen Garderobe legen wir die Streifen
rings um ein paar Binsen deine Winkelmaße
bieten sich mir an ich folge ihrer Bahn dem Strich

denn deine Hände sind wie mütterliche Sterne
die mich wandeln in die zwangsbefreite Leiblichkeit
wenn der Geräuschepegel neu entfacht
gib mir von deinen Übermaßliquiden

und das Ziehen deiner Ornamente springt zu mir hinüber
dein Gesicht berührt die Schönheit in vollkommener
Tendenz im Schmelzpunkt unserer Reflexe
tauschen wir uns selbst im Dunkeltraubenzimmer.

Freitag, 10. Januar 2014

Feuchtgebiet

Nach einer Zugfahrt in das Feuchtgebiet
auf jener Brücke gabelte sich unbekannt
der Weg dem hohen Maisfeld gegenüber
fruchtete der Aaronstab im Reisig um den

Teich auf einem Aussichtshügel lagen
Sterne neben Wermuth wild verstreut wir
sprachen über irgend eine Hochzeitsrede
und umrundeten die Wurzelpfütze bis

zum Unterstand in deinen Händen lag
der Duft des vollen und geschenkten
Sommers der uns langsam näher kam
du teiltest zentimenterweise meine Bluse

bis die Träger von den Schultern schmolzen
und ich flammte deinen Gürtel lose doch
dein feiner Stoff glitt mit dem Fliederniesel
zu den Perlen und im Fluss der Elemente

in den Feuchtgebieten fügten sich das Feuer
und der Sturm zu einem Wolkennetz wir
wandelten darin vermengten uns zu einem
Höhenrausch der uns mit jeder Haut verschlang.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Gute Führung

Die Tore waren noch geschlosen wo wir saßen
und die Rolläden herunter ließen bis auf einen
Spalt wir sahn uns in die Augen während meine
Reize vor dir tanzten deine Anfangsgestikulationen

die mich Gewahrsam nahmen bis der Beirat (aus
uns beiden) die Gemeinsamkeit der Haft in einer
Zelle ab sofort beschloss und wir vollzogen unser
Schicksal punktgenau im Wiegeschritt bis an den

Türgriff hatten wir uns zeltlich eingerichtet nur
die Karos wanderten nach allen Richtungen doch
jene Tore blieben weiterhin vor unsren Augen
fest verschlossen als wir selbst nur noch nach innen

blickten wegen guter Führung ließen wir uns früher
frei den Rock polierte ich und Lippensaum betraten
wir die Villa Hand in Hand bestaunten die Grimassen
an den Wänden tranken flüsternd einen Sinnlichkeitscafé.

Sonntag, 5. Januar 2014

Kuckuck

Berg und Tal daneben führt die Straße
an der alten Schreinerei vorbei am Dunkelrand
verriet der Kuckuck unser Kommen frühlings
feuchter Lagerplatz war angeschrägt im Hohlweg

überduftete es uns wir standen schon im Flammen
schweiß du raubtest mir den Po und segeltest
am Rücken tief entlang mein Boden floss dahin
ich hielt mich fest an einem Strang und ließ mich

sanft vom engen Maß befreien vor den Augen
tat sich eine Mulde auf und zwischen Rindenrippen
hielt ich mich auf Vorderfrau ich selbst war nurmehr
goldner Becher vorgesehen in Empfang zu nehmen

heiße Wogen heiliges Delirium ich blies dein Horn
du sangst im Jagdlatinum und der Kuckuck
gab den Takt doch hörten wir nur unsre leisen Arien
die ihrerseits den Frühling sämig simmerten.

Freitag, 3. Januar 2014

Aphroditensofa

Die kleine Melodie auf dem Akkordeon
die Nachbarn störte es wir zogen ein paar
Ecken weiter dir gefiel mein Landkleid
noch besser Silberknöpfe durchgehend 
 

bis unten hin dazwischen kein Stück Stoff
für dich servierte ich die Vorspeise aus Meeres
frucht du strahltest wie der Sonnenspiegel
bis zum Horizont die Morgensonne funzelte 


glisando als ich langsam meine Knöpfe löste
auf den ausgelegten Teppich fiel die blaue Haut
ich sank daneben und im Nahgefecht der Liebes
unterweisung folgte ich vertrauten Hand


bewegungen (ich lag in deinen Armen
während jener Konferenz) du ruhtest
ausgestreckt auf deiner Insel wie ein Äpfelchen
und ich nahm Platz auf meinem Aphroditensofa 


welche wohle weiche Wogenwonne während
deine Knie mich sänftlings schaukelten bis über
alle Berge spritzte unser Hochgefühl an
tropfentaumelige Meereshimmel hin.


Donnerstag, 2. Januar 2014

Tief verbunden

Unser Haus war weiß getüncht und fensterlos
doch deine Kerzen wärmten jenes stillgelegte
Licht die Feiernischen sorgfältig geweiht 



die Wände hingen voller Decken und wir knüpften
unsre Küsse dran und dann verschwanden wir
im Gegenseit und tauschten Überflüssiges 


mit Haut und Haar die Hände die Verbindung
suchten zentimeterweise zwischen Reihen
des Verlangens speisten wir die warme Suppe 


deine Morgengabe ineinander hatte ich noch nie
zuvor gelöffelt selbst im Innehalten schmeckten
wir die Hitze einfach so und du bejahtest 


um die Kurve reichtest du mir dein Geschenk
ich nahm ihn glücklich an den Goldmoment
und flirrte ihn an unsre Wollewand wir steckten 


unter einer Decke kicherten im Keller
der im Schein des dritten Teelichts wankte
tief verbunden waren wir und blieben.


Mittwoch, 1. Januar 2014

Für mich gemacht

Wie für mich gemacht du lachtest mir gefiel
die Antwort die ich passend fand für das Gefühl
des Puzzleteilesteckens auf der Leiterhöhe
unter uns die Weite eines Flusses der die Nebel eilud 


Näbel grinstest du des Grauens wenn die Bäuche
schwanken das Gerüst hielt stand dem Dunst
der sich auch über uns ergoss die Beine weit
gestreckt dazwischen du mit dem Humor 


der ebenso gerade wie für mich gemacht wir
wechselten die Lauerstellung auf dem kleinen Platz
im Himmel als die Hunde bellten doch wir
sprangen nicht so Schoß auf Schoß und 


Bauch an Rücken auf der harten Nebelbank
die ihren Schleier zog das Licht die Farbe wärmte
hatten wir den Schritt getan wir stiegen ab
in Sumpfgebiete wo wir lange nicht gefunden wurden.