Samstag, 31. März 2012

Kirche

Aus dem schmalen Fenster sehe ich die
alte hell erstrahlte Kirche Schauplatz
internationaler Orgelwochen hier im
Dämmerschein von mittelalterlichen

Führungen zu weiten Katakomben
fühlenswürdig deine Hand berührte
meinen Rücken wie ein Schmetterling
am Rand des sommerlichen Blütenkelchs

und meine Schulter meinen Hals die Haare
und ich schmolz gleich Orgelklängen die
sich dort im Widerhall des hohen Raums
verlieren und ich stand entflammt Gesicht

nach rechts geneigt zur Kirche hin du
küsstest meinen Hals ich konnte kaum so
ruhig stehen bleiben fest wie eine
Kathedrale jeden Augenblick zu kosten

deiner zarten Hände Segen tastend meinen
Körper tastend bis hinab zu meinen Hüften
und du drehtest mich dein Antlitz war
noch schöner wie die Mittelalterkirche

deine Hände streiften endlich meine
Mädchenhügel zart und innig eine Weihe
wie im Schein der Strahler die orange den
alten Mauern leuchten und meine Hitze stieg

bis zur Mansarde hoch wir küssten uns
gleich Pilgern wanderten die Hände lustvoll
über meinen ganzen Körper mehr begehrend
als mein Seufzen aus den Tiefen meiner

Leidenschaft die du gezielt auf immer
höhere Kreise drehen konntest und bald
mussten wir das Fenster schließen sanken
trunken auf das Bett das unter steiler Schräge

stand nur noch geführt vom Rausch des
gegenseitigen Begehrens heiße Küsse folgten
nach und nach dem Lösen unserer Kleidung
nasser intensiver konnte meine Gier kaum

sein fast weltrekordverdächtig wenige
Sekunden nur brauchst du um den BH zu
öffnen und schon lag ich nackt bei dir und
unter deinen süßen Komplimenten - Körper

einer jungen Frau - liebkosten wir was die
Natur zum Kosen reichen konnte unsre
Nähe löste sich in Nichts und wir verschmolzen
ineinander die Ekstase durfte uns verschlingen

wir versanken in ihr waren nur noch eine
Großheit in Unendlichkeit und keine Grenze
trennte uns von uns ja wir gehörten uns für
diese beiden Stunden bis die Turmuhr schlug.

Hotel-Dreizeiler

Das alte Hotel
mitten im Herzen der Stadt
verschlungener Pfad

Swing in den Ohren
den Wein noch auf der Zunge
die Wendeltreppe

Zimmer unterm Dach
mit einer kleinen Luke
hinter dem Lager

Unsere Hände
trafen sich bald beim Ausblick
unter dem Rahmen


Blick auf die Kirche
in schummriger Mansarde
liebten wir uns

Freitag, 30. März 2012

Klopfen-Dreizeiler


Wir saßen am Tisch,
hörst du mein Herz klopfen?
fragtest du mich

wir hielten eine
Landkarte - ich erklärte
dir die Gegend

ein Stück Weg waren
wir gemeinsam gegangen
dann lagen wir dort

du erforschtest
mein Gelände und mein
klopfendes Herz.

Donnerstag, 29. März 2012

Kuss


In jenem Winter holte ich dich ab
vom Zug in diese Wohnungskneipe
ein Kollegentreffen bei reichlich
süffigem Kommunebier gab es

doch immer einiges zu quasseln
und mit dem letzten Zug fuhr ich
mit dir zurück die letzte abgefüllte
Flasche und ein roter Lippenstift

wir waren bestens drauf als du
nach meinem Schminkzeug griffst
und ich versuchte es dir schnellstens
wieder zu entreißen kämpften und

verhedderten uns im beinah leeren
Zugabteil ich rutschte immer tiefer
griffen eng umschlungen nach dem
Lippenstift doch es gelang dir gar

damit mein Antlitz zu verzieren
unser Atem schwer doch stieg ein
Schmetterling aus meinem Jacken
kragen diesen Zug verließen wir schon

Arm in Arm den langen dunklen
Gang entlang und an der U-Bahn-
Haltestelle hätten wir uns trennen
müssen schenktest einen sanften

langen weichen Kuss so dauerhaft
dass meine Säfte allesamt zusammen
liefen ein Adoniskuss von solcher nie
gekannter Leidenschaft wir hätten uns

auch gleich vernaschen können solche
Lust hatt auf dich doch nicht nur das
du hast mich voll und ganz gefangen
und ich blieb noch Jahre an dir hängen.


Mittwoch, 28. März 2012

Herbstwind

Den Herbstwind
redetest du
in sanften Tönen
und deiner
Melodie
zu mir herüber
wie warmer Sturm
drangst du
an meine Haut
ich fühlte dich
weit über hundert
Kilometer
trotz jener
Widrigkeiten
mussten wir uns sehen

du hattest dieses rote
Braun in deinem Haar
das längst schon
eine Spur in mir
gelegt
an einem Ort
den ich schon kannte
saßen wir
dicht beieinander
und liebten uns
bis hin zum süßen Schluss

wir sahen uns
nie wieder
doch deine
Handynummer
bleibt gespeichert
wie alles
andre auch.

Verabredung

Schöne Gespräche
und kicherndes Nahesein
der Herr Musikus

Ja oder doch nein
drei-viermal telefoniert
hm, es ist Unsinn

am Ende Entschluss
ein Versuch ist es ja wert
deine weite Fahrt

das Auto stand dort
angekommen war auch ich
Umarmung und Kuss

nicht so stürmisch, Herr
lachte ich ihm zu, und er:
küsst du nicht gerne?

langsam, ganz langsam
wenn ich zum Tanz bitten darf 
ein Schlupfloch suchen

das Plätzchen am Wald
hier schmeckten die Küsse gut
du warst voll Freude

hast mir gefallen
mit deinem rotbraunen Haar
geschwungenem Mund

du warst lieb zu mir
in diesen Sumpfgebieten
dankbar außerdem

ich war so erregt
du wolltest mich jetzt haben
und ich dich dann auch

entkleideten uns
Stück für Stück auf den Boden
dein herrlicher Stab

ich nahm auf ihm Platz
es fühlte sich himmlisch an
so geil, sagtest du

schon lange nicht mehr
in einer anderen Frau
freutest du dich

der Ritt dauerte
nicht mehr unendlich lange
es überkam mich

ich durfte handstreichen
du gabst dich mir gänzlich hin
dein Brunnen sprühte

vor meinen Augen
Glück der stößigen Natur
meine Hand benetzt

lagen uns im Arm
nach Putzen und Anziehen
ein kurzer Abschied.

Äpfel-Dreizeiler

An meinem Baum
hängen zwei Äpfel - für dich
und auch für mich

ich besteiche sie
mit vorgewärmtem Honig
sieh´, wie sie glänzen

wie deine Augen
du kommst mit Lecken nicht nach
die Säfte tropfen

dein Mund trieft schon
mein unterer auch bereits
den Rest abwischen

gut poliert
fühle meine Apfelhaut
Zeit für ganzes Mahl.

Bedien mich

Bedien mich
forderst du
mich auf
ich bin bereit
und deine
Leidenschaft
lässt deine
Finger spielen
du weißt genau
wo du sie
wandern lassen
sollst
und es
erschauert mich

die Ströme fließen
mir zusammen
wir greifen uns
ein bisschen fest
du streifst mir ab
mein Shirt
und fingerst
am BH entlang
welch süßer Honig
fließt

ganz schnell
hast du
die Hose aus
und gibst dich
himmelstönend 
meinen Händen
hin.

Strecke

Strecke
deine Arme
nach mir aus
und lege
deine Finger
an
wir greifen
unsre Hände

drücke
mich ganz fest
an dich
und küsse mich
so weich
und tief
leg Hand
an meine
Hüften

ich streck
dir meinen
Busen hin
sei zart
zu ihm
so ist es gut
oh deine
wilden Blicke. . .

Solche Nähe

Wir redeten
uns die Köpfe
heiß
und weiter noch
folgte ein Lachen
dem anderen
ich konnte nur staunen
wie offen
du mir zuhörtest
während ich
mein halbes Leben
wallend vor dir ausbreitete
deine Augen
erweiterten sich
zusehends
geriet ich tiefer
in meine Erlebnisse
von denen die allermeisten
noch niemals gehört haben
und ich sah dir an
dass du dich prima
unterhalten fühltest
Ach, wirklich?
so etwas gibt es?
und ich war dankbar
es wenigstens einer Person
in meinem Leben
erzählt zu haben
Groteskheiten
und Absurditätten
von denen ich
eigentlich nichts
wissen wollte

deine Blicke wurden
ruhiger inniger
der Kaffe getrunken
du standest
hinter meinem Stuhl
deine Hände
fühlten sich wie Sahne an
auf meiner Schulter
meinen Hals und mein Haar
berührtest du sanft
uns als ich mich
erhoben hatte
lagen wir uns
eng umschlungen
in den Armen

an deiner Hand
betrat ich dein
Schlafzimmer
welche größte Wohltat
mich auf dein Bett legen
an deinen Kissen riechen
mich mit deiner Decke
zudecken zu dürfen
niemals zuvor
hatte ich eine solche
Nähe erlebt
die Sanftheit
der Berührungen
kosteten wir
in aller gebotenen
Länge aus
du legtest deine Hand
mit größter Sorgfalt
auf meine Scham
und es entstanden
Pfade der Gefühle
nur allein aus
dieser Achtsamkeit
heraus
was danach folgte
zwischen uns
waren nie gekannte 

Früchte
aus dem Paradies.

Poren

In den Falten der Decke
erfüllte sich unser Traum
florierender Leidenschaft
wir auf den Wellen
der Flaum
unserer Berührungen
erhitzte die Körper
und mit dem Schweiß
aus den Poren der Lust
schwamm die Liege
auf den tiefen Teppich
wir
blieben
liebend.

Montag, 26. März 2012

Choreograf

Du liebst es
wenn die Wurzel deiner Lust
im Mittelpunkt steht

du forderst mich auf
sie aus der Nähe anzusehn
bittende Fragen

mehrfaches Spiel
Berührungen auf allen Seiten
von Hand und Zunge

Etuis entdecken
in die der Kerl hineinpasst
auch zwischen Brüste

Tanz der Schamhügel
er ist der Choreograf
sieht in mein Gesicht

du führst ihn geschickt
meinen Tastsinn fördert er
deine Erregung

in deiner Wollust
wandelst du dich, Sanfter,
in einen Wolf

und ich genieße
deinen ungezügelten
Tierblick alter Zeit

deine Umtriebe
reißen mich auf der Stelle
mit dir ins Lustreich.


Wohltat-Dreizeiler

Mit meinen
ölweichen Händen gleiten
über deine Brust

sanfte Behaarung
flirrt unter dem Mandelduft
Haut liegt in Wellen

die beiden Boote
fahren Regatta auf See
in Richtung Süden

nahe am Strand
türmt sich ein Baumstamm
neugierig nähern

unterirdischer
Orkan braut sich zusammen
dazu dein Stöhnen

Hände verlassen
das Wasser und Klettern
Kerzenbaum hinauf

von der Nachtkerze
rinnt ein Tropfen Wachs oder zwei -
dein Baumlicht brennt

Lächeln der Hände
den Gipfel bald schon erreicht -
den feuriger Docht

solche Wonnerufe
wie Wachs löst du dich auf
unter meinem Öl

du liebst die Wohltat
dein Stöhnen genieße ich
bis zum Rand hinauf

die Hände weichen
begehrenden Schenkeln
und ihrem Zentrum

das feste Boot
fährt in den moosigen Hafen
steht lange nicht still

die Hafenkneipe
feiert ein Riesenfest
Höhepunkt der Nacht.

Schwarze Küsse


Schwarze Küsse
im nächtlichen Stiegenhaus
tanzen und kichern leise
die Gäste in oberer Etage
wenden sich brauenhebend
augenzwinkernd
einander zu
buntes Treiben
dringt dort aus hellen Wänden
geheimnisvolle Blicke
und Illusionen von Freizügigkeit

blinde Moschus-Malven
schweben über die Stiegen
hinauf und hinab
finster dein Haar
und aufgelöst das Antlitz
unsere warmen Münder
begegnen sich wieder und wieder
Küsse wie Kissen
schattig und glänzend
ich lege mich zögernd hinein
unsere Nachtfalter
schweben davon
ins gestaffelte Senkrechtmeer
wir halten uns aneinander
auf unserer unsichtbaren Minutenbühne
und in gespannter Lautlosigkeit.

Heilige Hochzeit


Dem Babylonischen Mythos nach hatte die Göttin Ishtar ihren Heros, den Fruchtbarkeitsgott Tammuz. Am wichtigen Neujahrsfest, dem Fest der Rückkehr von Tammuz aus der Unterwelt, zog der König zum Tempel der Ishtar und feierte mit der obersten Priesterin die „Heilige Hochzeit“. Diese Vereinigung der Göttin mit dem Heros, der Priesterin mit dem König, war das große Fest, das auch vom Volk in erotischen Ritualen mit den Priesterinnen der Ishtar gefeiert wurde. Ishtar wurde zur Liebesgöttin des Altertums. (aus: K. Gaube, Dr. A. von Pechmann, Magie, Matriarchat und Marienkult, rororo 1989)


Die Priesterin des Dorfes hat alle jungen Männer zu sich gerufen. Diese folgten ihrem Ruf nur allzu willig, denn sie wollen ihren kostbaren Beitrag zur Fruchtbarwerdung des Landes leisten.
Zwanzig Jünglinge haben sich im Tempel versammelt und sitzen in einigem Abstand um die Feuerstelle in der Mitte. Zwei Dienerinnen streuen Kräuter auf die Glut und lächeln die Männer liebevoll und mit tänzelnden Bewegungen an. Unweit von der Feuerstelle ist das Lager bereitet. Noch ist es leer. Bei gelockerter Stimmung flüstern die jungen Männer, die sich entblößt auf die Sitzkissen nieder gelassen haben, über das bevorstehende Ereignis, das sie nur von Erzählungen kennen. Sie raunen sich in Stimmung und reiben sich in ihrer Hockstellung ihre erwartungsvollen Glieder leicht zwischen ihren Oberschenkeln. Es duftet nach Rosen und Myrrhe.
Nach einer Weile betritt die Priesterin den Tempel, in zarten Gewändern und leichfüßigen Schrittes strebt sie der Feuerstelle zu. Ihre Dienerinnen begleiten sie. Die Priesterin mustert die Ankömmlinge wohlwollend.
Nun legen die Dienerinnen der Priesterin die Augenbinde an, denn nicht die einzelnen Jungmänner, sondern das Ritual steht im Mittelpunkt der Feier. Langsam und behutsam entkleiden die Dienerinnen die Priesterin, und ein Raunen durchweht den Tempel. Zwei Männer lassen bereits ihre Milch fließen, auch das gehört zum Ritual und leitet es nun ein.
Die Männer erheben sich und die Priesterin befühlt im Vorbeigehen die Körper und Füllhörner der erwartungsvollen Männer. Die vergossene Milch der beiden Voreiligen benutzt sie zur Salbung ihres Ishtar-Gartens. Sorgfältig wählt sie drei Männer aus. Gemeinsam begeben sie sich auf das Lager. Die Männer berühren ihren Körper mit ihren feinfühligen Händen, und die Dienerinnen bewachen die Zeremonie. Die Männer legen die Priesterin auf den Rücken und bedecken ihre wogenden Hügel mit Küssen und ihren Zungen. Jeder möchte der erste Besucher ihres Gärtchens sein. Die Priesterin windet und räkelt sich zunehmend und in ihrer Ekstase bestimmt sie durch den Druck ihrer Hand, wer der erste Gast sein darf.
Wieder geht ein Tuscheln und Stöhnen durch die Reihen der Zuschauer. Der Auserwählte verwöhnt die Priesterin noch einmal an den besonders reizvollen Bereichen mit seinen Händen und kostet ihren Honig, bevor er ihr genüsslich seine Männlichkeit und zunehmend geräuschvoll und bewegt seine Fruchtbarkeit schenkt. Ausgelassen seufzend bedankt sich die Priesterin für seinen Dienst.
Die Dienerinnen prüfen nun seinen Milchfluss und nehmen ihn in ihre Obhut. Die Dienerin seiner Wahl hat er dann auf dem Nebenlager achtvoll zu verwöhnen, während der zweite Prinz von der Priesterin auserwählt wird.
Er darf sich nun auf ihren Platz legen, und die Priesterin lässt sich daraufhin auf seinem Heroshorn nieder. Vor Wonne sieht er die Sterne kreisen und umfängt sie mit seinen Händen. Der dritte Anwärter darf währenddessen die Rückseite der Priesterin behüten. Daher kommt die Priesterin überschwänglich zu größtem und mehrfachem Genuss, und ein Schütteln und Zucken ergreift ihren Körper, was von den Dienerinnen und Zuschauern freudig begrüßt wird. Der zweite ruft ebenso begeistert, während er im Rausch seine Spende abgibt. Erlöst erhebt er sich und wird von der zweiten Dienerin in den Arm genommen. Die Feuchtigkeit im Tempel ist deutlich gestiegen und die Wonne der Zuschauer hat sich bei einigen wieder im Milchfluss entladen.
Nun ist der Dritte an der Reihe. Er schiebt die Priesterin von der Hocke auf die Knie und leckt ihr Salzwasser auf ihrem Rücken und ihrer Hinterseite. Ausgiebig pflegt er ihren blühenden und überfließenden Ishtar-Garten und bereitet ihn auf das bevorstehende Ereignis vor. Er rückt näher an sie heran und lässt seinen Hirtenstab wandern, ausgiebig suchen und sein Ziel zwischen ihren Hinterhügeln finden. Er drückt sie etliche Male ohne Eile mit seinen Händen an ihrer Rückpartie zu sich her und schiebt sie nach seiner Vorstellung ein wenig nach vorn. Er möchte seine Fruchtbarkeit nicht hastig spenden, so hat es den Anschein. Die Priesterin beginnt keuchend zu protestieren, sie jammert, schluchzt und juchzt. Bis auch der Glückliche seine Milch nicht mehr an sich halten kann und sie mit pulsierenden Bewegungen und Lauten der Priesterin zum Opfer bringt. Eine Flut von Milch und Honig fließen ohne Unterlass. Ein Applaus der Zuschauer beendet den ersten Teil des Hochzeitsrituals, während der dritte junge Mann bei den Dienerinnen Aufnahme findet. Die Priesterin ruht nun eine Weile.

Nach der Pause wird das Ritual noch ein- oder zweimal in der gleichen Art durchgeführt. Dann macht sich bei der Priesterin Erschöpfung breit. Sie darf sich zurückziehen und die gespendete Milch in ihrer fruchtbaren Schale zusammen strömen lassen. Sie lässt die Zeremonie nochmals aus ihrem Gedächtnis zurückkehren und wählt ihren Heros, den sie aufgrund ihrer Augenbinde nicht gesehen hat. 

Währenddessen bereiten die nun wieder bekleideten Männer mit den Dienerinnen das heilige Hochzeitsmahl zu. Im Tempel werden Tische und Bänke aufgestellt, und die Priesterin wird gerufen. Erst wird gegessen und getrunken und dann bespricht sich die Priesterin mit den Dienerinnen schwatzend und lachend über ihren Heros. Die Spannung unter den Männern steigt. Zu jedem ihrer Liebhaber spricht sie in wohlwollenden Worten, bis sie ihren Heros benennt. Unter überschwänglichem Applaus ziehen sich die beiden zurück, während die anderen noch feiern bis spät in die Nacht.

Nach dem erfolgreichen Ablauf der Heiligen Hochzeit wird diese in den folgenden Wochen von allen Bewohnern des Dorfes in den  Häusern und Hainen ausgiebig nachgefeiert.

Jungbrunnen


Du bist
mein sprudelnder Quell
um meinen rundlichen Leib
an deinem Lachen
labe ich mich
vor dem Bad
und ich schlüpfe gern
in deine schützenden Hände
du lockst mich pulsierend
mitten hinein
in deinen Jungbrunnen
wie seerosig
es sich im Liebeswasser
gleiten lässt
ohne Grenzen
die Zeit geht unter
im feuchten Element

wenn ich nach der Liebeszeit
dem Bad entsteige
leuchten meine Augen
von Nässe und Glut
meine Wangen
hast du himbeergezartet
wie das Mousse de fraise
schmecken meine Lippen
an meinem Körper
schwingen Sonnenblumen
und eine rosa Lilie
breitet sich in meiner Scham aus.

blume II

meine blume rosarot
hast zart zum glühen du gebracht


du tupfst den nektar mit den fingern
fühlst in ihrer dunklen seide

offne arme & ihr beben

quillt hervor als mein geschmeide

streckt die blütenblätter aus
& reift zur königin der nacht.



Wirbelschlangengedanken


Meine Gedanken an dich
sie schlängeln und wirbeln
und landen auf deinem
grau-weichen Haar

vereinzelte Haarhandschmusgedanken
einige Augen-und-Mundlachfaltenideen
etliche Schaumprickelhautimpressionen
mehrere Mannsüßdufteinsaugfantasien

erheblich viele Tieftauchzungenkusseindrücke
zahlreiche Erogenezonenstreichelahnungen
viele Ganzlangsamallesausziehvorstellungen
und ausnahmslos Allesgleichzeitigimaginationen.

Nackt-Elfchen

Nackt
bei Mondschein
in den See
springen, schwimmen und kosen
Feuchtgebiete


Nackt
im Sonnenschein
auf der Wiese
nebeneinander, übereinander und untereinander
schweißtreibend


Nackt
bei Regen
Hand in Hand
von oben bis unten
nass

Rundes Paar


Mein rundes Paar
steht so frech da
ihr zwei seid
fest, entschlossen…

meist hübsch verpackt
auch manchmal nackt
ihr zwei seid
unverdrossen

zum Tanzen da -
bring Lust euch dar
sie haben´s
stets genossen

ihr gebt den Takt
mir stets gesagt
wenn ihr weit mehr
beschlossen.

Mund


Ich seh´ so gern auf deinen Mund,
er ist so hinreißend geformt,
ich liebe ihn, aus gutem Grund,
ganz eigen ist er, nicht genormt.

Die Lippen sind in sanftem Rot,
das Lippenherz, der Amorbogen,
er formt sich schön zu einem Boot
und an den Seiten runde Wogen.

In weiten Schwüngen, Flügeln gleich
bis in die Mundwinkel hinein,
befindet sich mein Kussbereich,
nichts kann für mich noch süßer sein.

Die Unterlippe wie ein Bett,
mit einer Rundung zum Verwöhnen,
beweg´ die Lippen, sei so nett,
leg mich darauf, mit leisem Stöhnen.

Ich küsse deinen Mund so gern
und lass´ mich gerne darin nieder,
hör ich dich manchmal nur von fern,
weiß ich, du kommst doch bald schon wieder.

Duft


Auch wenn ich nur so sitze
und nicht einmal sehr schwitze,
dann steigt in meine Nase
ein Duft aus meiner Vase.

Ich spreize leicht die Beine
und atme ein die feine,
die Frauenzimmer-Luft,
die mein Verlangen ruft.

Es riecht nach feuchter Erde
und meine Vase werde
ein Nest, empfangsbereit,
ein Hunger macht sich breit.

Schlangentanz


Trage mich durch deine Säle,
führ´ mich ein in deine Welt,
zeige mir, was dir gefällt,
kitzle mich, bis ich mich quäle,
sich dein Lachen zugesellt,
denn du bist mein Kitzelheld.

Ich tanze dir den Schlangentanz,
du blickst mir nach, mir Schlangenfrau
und was du fühlst, weiß ich genau,
umwinden möchte ich dich ganz,
willst du mich greifen, denk´ ich schlau,
ich krieche in den Schlangenbau.

Wir jagen uns durch alle Zimmer
und spielen ausgiebig Verstecken,
ich krieche unter deine Decken,
du findest mich jedoch auch immer,
und hinter deinen Vorhanghecken,
da kann man sich so köstlich necken.

Dann liegen wir vertraut zusammen,
berühren, atmen, kichern - und -
ich küsse dich auf deinen Mund,
die Welt soll uns dafür verdammen,
die uns´re ist uns kunterbunt,
vor einem blauen Hintergrund.

tor

der himmelsschlüssel
schleiernde sanftmut
beinah ohne zeit
ins schlüsselloch gesteckt
und im gedämpften licht
bewegte sich das schloss
in seinem innern
und im letzten drehen
öffnete sich
mit überraschender leichte
das blaue tor
beinahe ohne raum.

spiegel


spiegel steigern
das vergnügen
nehmen wir uns
doppelt  wahr
sehen
wie wir
gut uns fügen
du an mich
und wir als paar.

Wiese

Wiese
voll Sonne
Bergpanorama umwallt mich
steil, wild und weit
komm´!


Umarmung
tiefe Küsse
näher und näher
unsere Körper sind eins
wir


Tanz
selbstvergessener Rhythmus
Lust bestimmt Tempo
Tango der leidenschaftlichen Körper
wonnevoll.

Wandern


Das Wandern ist der Hände Lust,
sie wandern immer mit Genuss,
sie wandern.

Refrain:
Es werden schlechte Hände sein,
denen niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern.

Sie wandern über Berg und Tal,
sind fröhlicher von mal zu mal,
beim Wandern.

Refrain

Wenn sie dann angekommen sind,
verweilen sie, zerzaust vom Wind,
vom Wandern.

Refrain

Es wird getrunken, dann gespeist,
bevor man wieder weiterreist,
zum Wandern.

Refrain

So wandern sie von Ort zu Ort,
verweilen hier und auch mal dort,
beim Wandern.

Refrain

Und kehren sie dann fröhlich heim,
zufrieden werden sie dann sein,
vom Wandern.

Refrain.

Genuss


Genüsslich
tranken wir unser Glas Sekt
Perle für Perle
zwinkerten wir uns zu

ich leckte mir
langsam die Lippen
du stelltest mir
deine Vorstellungen vor

ich bewegte mich
en detail
unsere Blicke
begegneten sich
blitzender Vorfreude
beinahe berührten sich
unsere Fingerspitzen

die anderen Gäste
ignorierten wir
ohne hinzusehen

im Untergrund
nahm die Unruhe zu
und als wir
gezahlt hatten
gingen wir

ohne Umschweife
in unser langjähriges Zuhause
gaben uns
Stück für Stück
fallen lassend
ganz und gar
dem Genuss hin.

ins wasser

ins wasser
glitt das schmale boot
verklärte sinnenfreuden
gesichter wurden
selig rot
ein nasses lustvergeuden

Rarität


Goldfunkelndes Glück
wie eine kostbare Essenz
schenktest du mir
ein paar Momente lang
schwebender Trance
deine ungläubige Frage
die ich bejahen durfte
den echten Rubin
hielt ich in der Hand.

paradiesgast

vor geraumer zeit
habe ich leichtfüßig
das paradies betreten

geführt von deiner
behutsamen melodie
haben mich deine hände
durch das geheimnisvolle
tor geleitet

zwischen krokussen
haben wir gefeiert
ein fest
unendlicher nähe

dein leuchtendes antlitz
das mir dann die wange rieb
deutete pfade im zeitholz
ins gleichlicht.

Nachwirkung

Noch bist du hier
in jedem Gebirgstal
in allen Zellblumen
meine Ströme
singen von dir
ich bin du

wir wissen nicht
wann
doch vertrauen wir
dass
nur dies wiegt
uns.

Fülle

Suchen und Verfluchen
Verlaufen und Einlaufen
Begehren und Aufbegehren
Verwehren Vermehren
Vergehen und Gehen
Vermissen und Dissen
Vereinen und Weinen
Anmachen Auslachen
Wanken und Danken.

Fließkräfte


Ein Fließen ein Gleiten
an pechschwarzen Rücken
ein Strömen und Wabern
von farblosem Hauch

ein Drängen Verzehren
der drei Elemente
ein Brennen Begehren
ich locke dich auch

das Weiche das Feste
sie sehen sich gerne
ein Drängen Berühren
sie ziehen sich an

mit Fließkräften Ziehsäften
Atemhauchduftblumen
ein Küssen Umarmen
wie Frau und wie Mann.

Die Liebe erwacht


entkleide dich
vor meinen Augen
und zeige mir
das Glühen deiner Gestalt

trage mich sanft
in das unberührte Land

in dem es kein
Laut und Leise gibt
kein Außen und Innen
nur Sonne und Mond
und wir

dort will ich dich finden
deine Flüsterstimme trinken
dich mehr
und mehr ergründen

bis uns nichts
auf dieser Welt mehr trennt.

Rakete


Deine begehrenden Blicke
sind das Streichholz
deine lustbetonten Worte
Pulver in meinem Innern
deine gezielten Berührungen
sind das rasch
sich entfachende Feuer
an meiner Zündschnur
die Rakete beschleunigt
himmelwärts haltlos
ich gehe ab.

Wein

Du bist wie mein Wein
schwer zu bekommen
der erste Eindruck silbern
nach der Passage meiner Lippen
kugelfruchtig
kräuterherb und apfelsüß
eine jahrelang ausgereifte Frucht
mit wertiger Erfahrung
der Genuss ist füllig tönend

intensiv die Zeit mit dir
kostbar wie vergänglich
wenn die Schlucke
geschlungen sind
heute Abend
nehme ich mir ein Glas
des Duweins oder zwei
schlürfend trinke ich dich.

Königin

Die Hühner schliefen den ganzen Tag lang
doch einen Karpfen wecktest du abends
er fiel dir vor Schreck aus dem Mund und
ich steckte ihn in meine Aktentasche bevor


ein Gasballon mit der Aufschrift Hallo Alltag
vor unseren Nachtaugen sich langsam erhob
wir sprangen flugs in den Korb besahen die
Täler und Heimatgewässer und auch die


versteckte Fabrik auf bewaldetem Berg weit
flussabwärts am Stadtrand und gleißend
erleuchtet die Straßenbahn eben geboren
auf dessen Runddach wir sprangen


vor jener langen Zugfahrt nach Hause
genossen wir abgefülltes Kommunbier
und ich winkte dir rosig mit Lippenstift
doch dann in der U-Bahn-Station


vor dem schmalen Transportband
begegneten wir uns mit anderen Augen das
Spiegelbild zeigtest du mir
und aus meinen vertrockneten Körpern


vernahm eine Blume dein Herzgepoch
als wir am Tische den Landplan studierten
die Dörfer die Bäche
nach Wassern verlangte ich sehnlich


du ließest die kosenden über mich rieseln
die meiner Blume ein kindliches Kichern entlockte
dann musste die Königin gehen.


Ich vermisse deine Küsse


Ich vermisse deine Küsse
und Genüsse für die Füße,
du bist der Süße und auch Riese;
ich zerfließe und ergieße
mich als Brise über dieses

dein Gefühl, wenig kühl,
eher schwül, gebe viel,
schreib mit Kiel mir ein Ziel
und ich hüll mich in Tüll
und ich wühl in der Füll

deiner Seide, eine Weide
bis wir beide langsam gleiten
in die Breite, auf die Seite,
sind bereit, uns zu zweit
geben Zeit, uns Geleit,

enger, mehr, lieben sehr,
tief und schwer, wie das Meer,
kein Entbehrn, kein Verwehrn,
nah und näher, noch nicht leer,
eine Mär, bis auch der

Weg gegangen, unbefangen,
ja wir rangen und wir drangen
unbehangen, ohne Bangen,
rieben Wangen auf Verlangen,
mehr noch, sangen, weiter klangen

unsre Lieder, immer wieder
ohne Mieder und nicht bieder,
legt mich nieder, aufs Gefieder
Herz hallt wider, immer müder,
immer müder auch die Glieder.

Sonderbare Silhouetten


Sonderbare Silhouetten waren es
die uns wie schillernde Seifenblasen
aneinander klebten
beinahe nachbarschaftlich
verlief ich mich zunächst
auf dem Weg zur Menage
der Bewegungsmelder
zeigte nicht den Weg zur Hintertür
aus dessen Spalt
ein Scherzbold lugte
dein Hüttchen war in Wirklichkeit
ein Glashaus und ich staunte
über so viel Transparenz
doch auch du nahmst meinen
Raum ein mit deinen
Wirbelworten deinem Schalk
irgendwann in dieser Nacht
nahmst du meine Hand
und spieltest mir
das concerto l´inverno
das mich sonst zu Tränen rührt
völlig hingegeben
war doch nicht die Zeit
es dir zu sagen.

Grund meines Herzens


Du führtest mich sanft an einen Ort
an dem ich mein Tagwerk abstreifte
die Notwendigkeiten Funktionen
die Geräusche und die Zeit

neue Melodien verströmten sich
fügten sich zu einem affetuoso im Raum
als mir ein spürbares Licht entgegen sah
die Fülle meiner Ursprünglichkeit

hier durfte ich lachendes Kind sein
Frau in meinem wohligen Körper
und Greisin in meinen Überlegungen
in ein und demselben Augenblick

ein göttlicher Funke sprang auf mich über
und ich betrat einen überquellenden Garten
deine freundlichen Worte spielten mit mir
und mich umfing  die Fülle eines Atemzuges

deine gewichtigen Abschiedsblicke
sanken bis auf den tiefen Grund
und der Widerhall meiner Augen
schrieb dir eine hüllende Botschaft.

Mein Rücken


Gerundete Formen
und schwellende Klänge
ziehen durch 
meine Resonanzgedanken
wenn ich mich
deiner Worte entsinne
wie Honigtau in Händen
beim Anblick
meines Rückens
der Kontrabass
den du mir spieltest
allen voran.

Freitag, 23. März 2012

Busen-Dreizeiler

Auf der Bettkante
fließen erotische Zeilen,
den Spiegel im Blick...

Mein alter BH,
ein bisschen klein geworden,
deckt kaum mehr den Busen

Volle Rundungen
quellen über die Spitze
meiner Wäsche...

Im Streiflicht versinkt
das Tal meiner Brüste,
Hügel hell im Licht

Dreh mich zur Sonne,
Träger rutscht von der Schulter,
das Oberteil sinkt...

Ich hebe die Brust hoch,
beide, mit meinen Händen -
lasse sie gleiten...

Mein BH neigt sich
der Erde zu - es erscheit -
Vorhof der Knospe...

Beug mich nach vorne,
die Busen sinken ins Körbchen -
linke Brustwarze!

Meine Hand streichelt
den Busen von außen
über die Mitte.

Andere Hand gleitet
zwischen die Beine ins Schameck,
die Hüften jubeln

Versunken die Hand
im Dunkel meiner Schenkel,
tief wie ein See...

Langsam bewegen,
das Spiel meiner Erregung -
süßes Ankommen...

Nichts darunter-Dreizeiler

Komm schnell zu mir
meine Finger duften feucht
lecke sie doch ab...

Die Schnürung
des Kleides zu locker,
bearbeitest du?

In Luft aufgelöst
mein Slip, ohne lebt sich´s frei,
Hand weiß, was sie will...

Röcke und Kleider
mein Leben, nichts darunter,
nur wir wissen es

Rote Lackpumps
mit Zwölfzentimeterabsatz,
mein flotter Beinschwung...

Deine Blicke
voll Bewunderung -
halte mich fest!

Strümpfe halterlos
oder doch lieber Strapse?
vor deinen Augen...

Brenne

Ich brenn vor Sehnsucht und Verlangen
deinem Körper deinem Duft entgegen 

zeig mir deine Stimme dein Gesicht will
atmen dich leg deine Hände hier auf 

meine Flächen die so ganz von dir vereinnahmt 
werden wollen und ich halte dich und zieh 
dich an mich deinen starken Oberkörper 
will ich sehen und komplett berühren küssen 

wieder wieder nun entkleide mich leg deine 
Hand in Honigform und lass mich fließen in 
den Korb und deine Finger gleiten bis ich 
mich erlös in Feuer Glut und Rauch o dein 

Gesicht um mich herum will atmen stocken 
schreien zeig mir deinen Kandelaber schon 
ich will dir lauschen stimmig richtig laut 
dein Hecheln Zischen deine Bärenstimme

und nun komm zu mir begnade mich in deiner 

Lichtlust lass uns schwitzen alles nässen bis wir
uns vergessend haar und hautig bei uns sind
ins Paradies der Leidenschaft will ich gelangen.

Haremsdamen


Sie locken mit dem Spiel
ihrer Bewegungen und Gesten
ihr Lächeln und ihr Hüftschwung
ziehen die Blicke auf sich
heute werden Gäste erwartet
und alle sind gespannt auf sie
der junge Mann nimmt ihre Hand
und sie blicken sich an
sie gehen fort und andere folgen ihnen
heute bleibt keiner allein
langsam entkleiden sie sich
jeder in einer Nische
mit Vorhängen halb verborgen
die Beinkleider der Männer
werden langsam geöffnet
entblößte Busen wogen
durch die glitzernden Säle
die Musik und das Plätschern
der Brunnen übertönen
die libenden Geräusche
der Menschen in ihrem Rausch
ein Rausch für alle Sinne
und die Körper bewegen sich
lasziv aufeinander
bis jeder sein Ziel gefunden hat.

Sinnlichkeit

Sinnlichkeit
erfasst meine Unterfläche
Grenzposten werden
aufgegeben der Transit
beginnt in stürmischen
Serpentinen das Blickfeld
dehnt sich Schlag auf
Schlag.

Hitze breitet sich in meinem
Gefäß dort glimmt und brodelt es
mich weich ein Meer ist vor mir
schon zu sehen die Winde glühen
auf meinem ganzen Körper
entlang ganz erfüllt
bin ich mit Sensorik mit Großheit
mit hingebender Bereitschaft
schleusiger Aufnahme.

Ich wünsche nur noch
deine Berührung
anfassend umfassend
aunen ißen allzugleich
Verschmelzen Vereinen
Walgesänge fließen lassen
und empfangen
vergehen im Ich
im Du im Wir.

Busen

Meinen Busen strecke ich
damit du ihn berührst
hier möchte ich sanft
getastet werden
ich jauchze dir dafür
die Melodie des Begehrens
winde mich in deine Hände
näher will ich dir sein
alle Häute bedecken
mit dir in eines gehen
brustwärts segeln
ich umstricke dich
spinnenweibend
drücke dich ganz fest
auch ich begehre die
fühlende Verdichtung
weil du meinen Busen
speziell auf deine Art
berührst.

Widerhall


Im Widerhall deiner Gesten
sinken die Wogen des Erinnerns
verdampfen ausgebreitet werden Essenz
in der Zimt gondelt und Kokos

Sandsteinmauern vom Frühsommer
der Eidechsen gekitzelt
und in meiner Nase spielt über Bande
dein Leinenhemd so rau wie dein Flor

gewachsen wie der Eisenhut am Hang
der in der Wildnis gefunden
duftumspült von Brombeerblüten
genährt von der feuchtheißen Trockenheit

wenn nachts das Bernsteinlicht den
Straßenschluchten folgt die einsam
auf mich warten steint sich das Dorf
zu einer verlassenen Karawanserei

und jeder schläft nur ich verirrt
am Heimweg und im Widerschein
der Worte das winzige Veilchen
unter dem Drahtzaun schimmert nur leis.

Willig

Ich will dich
weil du mich willst
das wühlt mich
willig bereit
wild und gierig
ich stelle mir vor
wie du mich berührst
küsst und umsorgst
ich rufe dich
küsse und entblöße dich
fühle mich dir hörig
hungrig und durstig

du stöhnst
ich stöhne
ich will dich!

Halbschlaf

Am Tag
haben wir uns gesehen
in der Nacht
sind wir uns begegnet
im Traum
hast du mich geküsst
im Halbschlaf
habe ich dich umschlungen
in Gedanken
hast du mich liebkost
in meinem Wunsch
war ich ganz bei dir.

Bissen

Noch während ich
den ersten Bissen
zu mir nehmen wollte
strecktest du deine Hand aus
und nahmst mir sanft
die Gabel aus den Fingern
mit der Zunge
wolltest du
genommen werden.

HausHändeHaut

Dein Haus
nimmt mich
herzlich auf
deine Hände
nehmen mich
leidenschaftlich
deine Stimme
nimmt mich
deine Haut
nimmt

du

Komposition


Wie sorgselig du mich berührst
deine musischen Fingerspitzen
setzt kompositorisch du
auslotend die Stöme der Felder

wie Noten in einer Sonate
die sich fügt dem Gesetz der Natur
sich schwingt und sich windet
von zartmöglich bis ohrenbetäubend
von Kichern bis Weinen vor Rührung

du setzt ich bin Fluss deiner Klänge
ein Kreuz schreibst du mir auf die Stirn
das b auf die Brust
es setzt und sitzt tiefer

trittst ein in die Weite des Fühlens
des Sehnens Erlebens
das Stück folgt dem Auftrag
und reichlich trägst du mir auf

die Fülle des Fließens und Perlens
beeindruckt befreit aus der Enge
die Pausen ein daunendendes Schwingen
der Schlussakkord wahrlich titanisch

das Werk ist vollendet
die Punkte Betonungen Zeichen
du streichst mir den Rücken
es singt in den Augen.

Angekommensein

Meine tastenden Finger suchen das Schlupfloch
den Versteckplatz zwischen Hemdärmel und
Oberarm deine Haut ist warm und bemoost
ich greife nach deinem Arm ohne zu fragen


ich erkunde die Bodennähe das Weiche der
Muskeln eben und ich spüre jetzt ja du bist es
du lässt es zu mein Begehren wächst von meinen
Handflächen zu meiner Brust und ich suche

wie eine Ertrinkende die Berührung meines
Busens mit deinem Körper ich ziehe dich
und du mich zueinander ganzkörper mehr
im Süden dränge ich hin zu dir ich drücke mich

genau dort will ich dich spüren dich finden
dort liegt mein Angekommensein und ich
finde dich in deiner Bemerkbarmachung
Verdichtung und Keimung dein Rückenende

drücke ich fest an mich während unsere Zungen
sich freudig begegnen unsere Lippen sich
gefunden haben Genuss und Weichheit saugen
in unergründliche Tiefen dringen das Begehren

besprengen ziehen und erblühen lassen
ich blinzle zu dir hoch und was ich sehe und
fühle bist du in deinem Lächelernst in deinem
tiefen Augensturm in deiner Lust auf mich.

Wir


Meine Hände fahren Wolken
auf deinem Haar und meine
Zunge gleitet über deinen Nacken
mit Fingernägeln füge ich dein Ohr

es perlen Klänge in arabisch Moll;
forme meinen Körper ganz und gar
mit deinen Schöpferhänden
lege deinen Löffel tief in meinen Kelch

lass uns Nester pflücken mit den
Körprwänden und die Federn sammeln
meinen Kopf willst glätten du
ich tropfe dir mit meinen Wimpern

einen Segen in dein Nasenloch
es fügt sich und die Wärme
die mein Hals dir schenkt
und meine Brust

doch ganz verborgen in den Winkeln
deines Zauberreichs
stehen scharfe Gräser
damit ich nicht vergesse

wie stark du bist
ich habe keine Chance gegen dich
nicht in geringster Hinsicht
doch auch du kaum gegen mich.

Nähe


Hingabe ist es
die wir pflanzen
betten und hegen
mit Blättern aus
Händen und einem
Stängel aus Wachstum
Sonne zärtlich und mild
Regen weich klarend
blitzender Austausch
im Nebel unsres Frühlings
die Kostbarkeit
des Windhauchs
ist in uns
ewig weil wirklich
geworden.

Schreiben

Du erregst mich
schon beim Schreiben
mir ist
als würde eine
unsichtbare Hand
mich fühlen
ein Hauch
der aus Gedanken
warme Luft bewegt
schlüpft an meinen
beiden Seiten
meinen Labien entlang
sie strecken
ihre Fühler aus
um alle Nervenporen
zu vollenden.

Einladung

Ich stelle mich dir
zur Verfügung öffne
meine Haut und Poren
lass ich sprießen

meine Haare schwitzen
in dich und die Arme
breit ich aus unter die
Flügel nehme ich dich

birg dein Haupt an mir
deine Augen erkunden
mein Inneres geben dem
Aroma Sinn meine

Schenkel gehören dir
berühre mich und ich
betaste dich mit ihnen
sie sind meine Einladung

an dich besitze mich für
diese Stunde ich verfüge
über deine Sinne und
dein Morgen ohne mich.

Priesterin

An weißen Rosen
ging ich vorbei
ohne zu wissen
liebte ich sie
den Grund nicht
sehend gehörten
sie mir

lass uns die weiß
geweihte Handlung
am Horizont vollziehen
damit all unsre Tage
hellig sind
selbst die Mondentage
sternen

wenn ich
die Priesterin bin
dann hast du mich
gelehrt
dann bist du
mein Meister.

Weiße Rosen

Ich habe
weiße Rosen
gepflanzt
jedes Blütenblatt
ein intimer
Gedanke
an dich
fährt der
zarte Wind
hindurch
weiß ich
dass du
mich innig
außig
liebst.

Mich willst

Dein Körper dein Gesicht deine
Lippen die mich rufen wenn
du etwas fragst deine Nähe
deine breite Brust die mich

bedeckt und schmilzt in mir dein
Stöhnen in Bewegung an und tief
vielmehr beherrscht mich nur
der Wunsch dass du mich willst.

Gedrungen

Verschlingen möchte ich dich
mit meinen Knien meinen
Schenkeln vereinnahmen mit
meiner Haut meinen Augen

dich wie mich selber spüren
ganz an und ganz mit mir
tief so tief in Bereiche in
die noch niemand gedrungen.

Nester

Eine Feier nur mit uns beiden
will ich feiern ich erkunde deine
Räume und du die meinen
gemeinsam uns in unseren

verborgenen Nestern der schutz
bedürftigen Liebe in den
schattigsten Tiefen unseres
Verlangens Harmonieglück schenkend.

Fühlbuch

Alleineiges Ziel dich wieder an den
Innenseiten meiner Arme Hände
meines Schoßes spüren und im
Regen deiner Augen die bis hinab

zu meinen Füßen Seufzen Jammern
Atmen Keuchen hören tief in
meinem Herzen liegen jene Spuren
Bilddateien deiner Stimme deiner

dunklen Innigkeit und dein Gesicht
umrahmt von meinen Händen Fühlbuch
des Begehrens Moose deiner Haut
haarschwebend triefend auf der meinen.

Auf dem Weg

Ich bin auf dem Weg
habe ein Gespür erhalten
von einer Art Trance
inniger als je zuvor

so tief berührt.

Pfeife

Genau das will ich
dass du
nach meiner Pfeife tanzt
damit ich mich nach deinem
Trillern drehen darf
die restlose Hingabe
deiner und meiner
Windungen
ein Sein in einem anderen Land
ein Ausufern aus den Grenzen
explosivstofflich eruptionsgestrandet
wie Maiskörner
ich will
dass du dich mir zeigst
wie du dich noch keiner
Frau gezeigt hast
und ich begehre
sein zu dürfen
wie ich noch niemals
vorher war
unsere Körper
verlieren sich
an unsere Seelen.

Aromen

Die Aromen der Lust
vereinnehmen
zunächst die Eintrittsaromen
hernach die Näherkommaromen
und so tiefer
riechen und schmecken

an den Schiebetüren
bereiter Aufnahme
ich fliege einer Drosophila gleich
zielstrebig auf deine Hand
und darunter
du beugst dich
zu mir hinunter
aber nimm mir nicht zuviel
des Lichts
um deinen Honig
zu finden.

Sanftmut


Meine Hände leg ich sanft auf deine
Schläfen und ich fühle mit den
Daumen deinen Wimpernschlag
Lider schließen sich und geben

sich mir hin ich forme mit den
Fingern eine Brille und ich hauche
einen Kuss auf deine Augen taste
mit der Zunge in die Winkel und

das Raue deiner Nase um danach
die Spuren meines Treibens zu
verwischen doch es lockt mich
das Begehren mehr zu schmecken

deine Wangen abzugrasen mit
Papillen und dich taue dich die
Hände trocknen Fingerspitzen
wagen ihnen folgt mein Mund.

Eichel

Die schwellende Knospe
verbirgt sich

in ihrer Mooskapsel
ihre bäumende Kraft
sprengt die Schale
Keime brechen an Land
streben ins Anderdunkel
Radix des Lebens
speist sich und wird gespeist
leckt sich
das Salz von den Lippen.

Nähern uns langsam

Drei Stunden Zeit sollten genügen
richten uns ein Lager und ein Zelt
wir lassen Weihrauch steigen
dann sehen wir uns eine Minute lang an
wir sprechen nicht
lass uns ergründen
was der andere denkt oder will
kleinste Körperbewegungen können
Andeutungen für Wünsche sein
wer wird zuerst den Arm ausstrecken
um den anderen zu erreichen?
Wir heizen uns mit Blicken ein
und sehen auf die Körperteile
die wir nackt sehen wollen
langsam ziehen wir uns aus
jedes Kleidungsstück
bekommt drei Minuten Zeit
wir dirigieren uns nur mit Blicken
ich sehe auf deinen Mund
will dich küssen
wir nähern uns langsam
unsere Haut vibriert bereits
die Berührungen
rufen erste Explosionen hervor
nur leichtes Fühlen bringt uns
in größte Wallungen
wir nehmen wieder etwas Abstand
warten
nähern uns
ich streichle deinen Rücken mit Öl
ich reibe deinen ganzen Körper ein
und lege mich auf dich
erste Höhepunkte sind nicht aufzuhalten
du streichelst meinen ganzen Körper
schlüpfst ein
entziehst dich
es folgen Höhepunkte ungezählt
und ohne Unterbrechungen
gehen sie in einen Zustand
völliger Losgelöstheit
und Jenseitigkeit über
der eine unbestimmte
Zeit dauert.

König

Ich möchte mich
ganz hingeben
meinem König
der Lust
verfüge über meinen Körper
meine Sinne
mein Wollen bis zum
Nichtmehrwollen
dann sei du mein Sklave
und ich walte als deine
Göttin der vereinenden Liebe
über deinen Körper
deine Gefühle
deinen Geist.

Partikel

Leise rufe ich
nach dir
und weiß
dass du es hörst
irgendwann
geräuschvoll
flüstere ich
denen Namen
und meine Worte
legen sich
auf deinen Arm
mit dem du
eine Nase
sanft berührst
weil sie Partikel
einvernehmen will
doch du weißt nicht
woher sie kommen.

Gras


Meine Hand zwischen Faser und
Gras viel Anberaum schenkst du
mir entre Lufthoheit und der Ent
faltigkeit mein Ankommen ist in

der Waage deine Hände die Schalen
im Mezzanin dort wo Türen ein
ladender erscheinen im gelbfahlen
Lichte des Korridors dieser Vor

behaltsort hitzt sich ins Mediterrane
und gefällt mit Zuschaustimmung so
dass dies geflüsterte Knistern und
Schleifen aufgesaugt von den Gesten

gegeben und gegengegeben ein
Flügelschlag nous sommes arrivee
und wir baden im warmen Gras
hautig mit all unsren Gespüren.

Stöhnen

Du berührst
meinen Busen
mit deiner Brust
wir bewegen uns
aneinander
du streichelst ihn
mit deinen
Händen
dein Gesicht
vergräbt sich
an meinem Hals
du stöhnst
ich stöhne

Stärke

Die große Vorfreude
dich bald wieder
in meine Arme
zu schatten
dich bis ganz tief
ankommen zu lassen
und meine Sinne
verschmelzen
zu einem
umwärmenden Plaid
das alles aufnimmt
was du mir schenkst
und meine größte Lust
wird sein
dein singendes Begehren
anzufachen
mit meinen Innenflächen

die dich in Ekstase
entheben
ins Außersichsein
du leitest mich
mit deinem Sonor
das seinen Motor anlässt
ich lege meine Hände
an deine Grenzen und
allerinnersten Bereiche
wenn du es mir
mit deinen Lüsten vorgibst
ich werde saft mit Öl
dich dort berühren
wo schon
die Daune
dir genügt
ich werde drücken
mit Gewicht
wo deine Kraft sich mir
entgegestellt
weil Stärke Druck Intensität
dich festen Baum
einst wachsen ließen.

Garten

Die Liebe
die Erfüllung
und die
Sehnsucht
pflanze ich
frühlings
in meinen Garten

Zärtlichkeit
Unendlichkeit
Genügsamkeit
finden dazwischen Platz
wenn frühsommers
die Blüten quellen
hebe ich die Pflanzstelle aus

gewundene Wege
jeder Schritt aus
Dankbarkeit

das offne Tor
schenkt
Freiheit uns
zu gehen
und zu kommen.

Boot

Ich will mit dir
auf einem Boot fahren
in gleichen
Wellenschwüngen liegen
die gleichen Atemzüge
nehmen
wir beide rauschen
dem Geräusch des Wassers
nach
und fühlen
unseren Urstrom.

Becher

Du hast mir
überaus gefallen
ich habe aus jeder
deiner Poren getrunken
und du aus meinem Becher
ich habe dein Raunen
eingesogen
wie ein Schmetterling
den Duft der Frequenz
und du schlürftest
mein Lächeln
von den Lippen
wie ein Dürstender
im Anblick der Fata Morgana

das kostbare Brot der
hingebenden Liebe
teilten wir feierlich
und sprachen uns Dank
dann aßen wir es
mit dem Rest von Verstand
ich fühlte mich dir
unendlich nahe und eins

ganz und gar.

Meine Hände

Ich fahre mit meinen Händen
die Konturen meines Körpers ab
am Kinn und Hals
seitlich
an den Heben entlang
ich strecke mich
sie breiten sich aus
meine Vision und Schweifung
wie ein Lauffeuer
über die Flanken bis zum Mittenschmal
und Treffpunkt unterhalb
erfahren eine ausgiebige Liebschaft
meine Schenkel widerstehen nicht
ich berühre sie und suche
pianissimo nach innen
ich bin mir selber femme fatale
das Zentrum meiner Anmutung
erreicht
ich luste mich
lento commodo
crescendo
rhythmischer
fester
ich tanze langsam
Walzer
Fox und Tango
treibender Musik
die rechte wandert
seitlich mittelgebirgig

nähert sich der Krönung

weicht zum anderen Hügel
im Larghetto hin und her
bis sich die Alliance
ins Unerschöpfliche ergibt
und mich verschlingt.

Sternstunde


Der Himmel hängt quer über unserer
Bühne die klassisch die Zeiträume
strichelt galant streckst du mir deine
Hände entgegen die Nachtrobe aus

Fantasien gewebt lege ich meinen
Arm auf den Siegel der Blicke aus
halbwegs geschlossenen Augen ein
Nebel geht über in Niesel und zwischen

den Mauern hebt Hauch sich zu
Stürmen so zügellos schaukeln wir
über die Zäune verlegen das Spiel
unsrer Silben an Kelche und diese

an Lippen selbst Zehen erhalten die
Weihe mit Kränzen die Stirne kost
Achsel aus Haarwurzel rinnt eine
Träne und ebengleich flüssig ergreifen

die Stunde der Sterne Galaxis getrichtert
zu Namen dem deinen und meinen
den samtigen Heißgrund noch unter
den Füßen es rauschen Planeten.

Spazieren

Ich möchte auf deinem Körper
spazieren fahren
mit meinen Händen
mit meinen Brüsten
deine Arme entlang
auf deinen Schultern
jeweils eine Runde drehen
an deinen Seiten
gleite ich nach unten
und auf dem Rücken wieder hinauf
zum Nacken
und Hinterkopf
auf deinen Wangen
schiebe ich einen Kinderwagen
und mit meiner Rückseite
planiere ich
deinen Bauch
mein Katzenbuckel
dellt dich ein
ich jogge auf deiner Brust
und lasse dein Gras
zwischen meinen Beinen
hindurch gleiten
seine Weichheit
lässt ich niedersinken
die Sicht zwischen Halmen
meiner Zunge
denn das gehört
zu meinen Lieblings
übungen
die mich mitnehmen
ins Anderland
bis zum Schlaf.

Arme

Wenn ich wieder
barfuß deinen Teppich
durchwandere
deine Blicke sich mit
meinen vermehren
mein erotisches Feuer
zündet lodert bis zum
Überdrill
bis du mich dann
eingefangen hast
weil ich dir vor Lachen
nicht davon laufen kann
und mich behutsam nimmst
in deine starken
zärtlichen Arme
und ich dich drücke
fest im Muskelspiel
bis du meuterst
dann feiern wir
unseren Sturm
in unserer Samtstadt
und einer Stunde
erfüllter Träume.

Nacktheit

Dich zu spüren
dich in deiner
ganzen Größe
vollkommenen Nacktheit
deine ehrwürdige Haut
wie Erdteile
mit Ozeanen dazwischen
deine Stimme baumelt
an deinem Schlüsselbund
im feudalen Raum
dem Palast
der Lüste
ist mein
wiederkehrender Traum
aus dem Reich
jenseits des Vorstellbaren.

Öl ins Feuer

Wie gern würde ich mich
in deine polierten
Hände begeben
deren Zündfunken
spratzeln lassen
Glühfäden um den
Finger wickeln
Leitungsnetze spannen
zwischen den Gräben
das Knistern
lege ich um meinen Körper

ich lass mich
in dein rosa Rauschen fallen
mein Öl gieße ich
genüsslich in dein Feuer
um darin
jammertalig
unter zu gehen.

Palastsäle


Ein Schloss betrat ich
lichtdurchflutet
schwang der Park sich
auf die Fensterbänke

in den Sälen Edelholz
vertäfelungen Gobelins
und Landschaftsbilder
Wolkenzauber an

den Decken dieser Räume
längs gereiht wie Perlen
edel türgerahmt
als Knotenkette

roter Läufer
mir zu Füßen
endend noch im
Unbekannten

lockend ihm zu folgen
weiter immer weiter
schreiten
Säle leuchtend

von verzierten Möbeln
Kachelöfen Schränken
weiter immer weiter
Betten und Intarsientische

Lüster flammend
schwer kristallen
Spiegelkabinette
weiter immer weiter

hell und groß und
in sich Spiegel
doch der tiefste Zauber
liegt in deinen Augen

und der rote Läufer
deine Zunge die verführerische
in den Speisesaal
zu Möbeln wie aus Elfenbein

dein Lächeln lässt mich
nicht mehr los
ich wandle immer weiter
in das zauberhafte Schloss.



Begegnung


Eisblau dein Pullover
und Hemd
ein strahlender Wintermorgen
dein Gesicht
Sonnenglitzern auf Schnee
deine Augen funkeln
wie der Himmelsgirlanden
du der etwas andere
der lang Vertraute
mit mir Verschmolzene
dein Goldpuderlächeln
und dein Haar
ein klein wenig länger
wie für mich aufgehoben
darf ich mir einbilden

eine Umarmung
von Stunden
weshalb auch lösen
in einem flauschen
Winterhimmel
liege ich wie auf
Wolkenschaum
dein begehrender Blick
so nah
sanfte Lippen beugen sich
hinab zu meinen
in minutiger Zeitlupe
mit Stillbildern
liegen sie auf meinen
welche Zartheit
denn selbst Daunen
wiegen schwer
bei deiner Vorsicht
tasten sie
nach Lippenwölbung
glatt und trocken
eine weite Weile
bis sich ein Tropfen
heimlich
zwischen unsre Lippen
legt
ein kosend Mundbett
aus dem Wärme
strömt
welches jedes Prallen
federt
das ein Dringen fordert
und ein Schlüpfen

so finden endlich
Zungen zueinander
und erobern neue Räume
Begegnung in einer
andren Welt
die sich nur uns erschließt
tief spülen
unsre Zungen
an den Boden
unsrer Sprache

und deine Hände
tasten forschen drücken
und beleben
so den ganzen Körper
deine Finger
die Verlängerung
der Stimme
nur auf andren Wegen
deiner vielgeliebten
Stimme
die an Wärme
nicht zu überbieten ist
gibt deinen
goldnen Worten
einen weltalltiefen Glanz
wenn sie
wie Sommernieselregen
mein Antlitz streft

mich druchdringen
deine Worte
voller Liebe
senden Keime aus
und schlagen Wurzeln schon
in meinem Grün
ein ganzer Garten voll
den unsre Lippen nässen
kosen

indes mein Körper
neue Formen annimmt
wächst er dir entgegen
wo du
ihn lockst
mit deinen Händen
in denen ich nur
liegen möchte
diese Hände
voll Empfindsamkeit.

Willwillwill

Ich möchte dich
benesselhaaren
mit Saugspitzen
verschlingen
mit meinen Muskeln
ich sauge dich ein
mit meinem getüllten Mund
ich biete dir
meine sensorischen
Brüste
deine Springbrunnenstimme
will ich kosten
bis unter die Haut.

Gleiß

Wenn ich das Gleiß
in deinen Augen
kräuseln sehe
dein Gricheln
ewigkeitengleich

und es Moruskelhaar
zum Freilen bringt
der Brillenhintergrund
in deine Fragen wandert
was kann uns brennen
was entleimen
unser Gleiß.

Glastüre

Ich setzte mich auf einen niedrigen Stuhl
vor die Glastüre mein Pullover ist rot und
auch mein BH ich schiebe meinen Pulli
hoch mein Halter etwas knapp die Brüste

neugieren oben heraus im rechten Streiflicht
beinahe ist die Brustwarze zu sehen du siehst
und fotografierst mich insgeheim und entzückt
über meinen Busen und sagst dauernd etwas

Geiles du kommst näher und berührst ihn
ich ziehe das kleine Textil weiter nach unten
meine Knospen halb sichtbar wunderbar rund
sind die Brüste du berührst meine Scham.

Flüchtig

Ein schöner Traum
unserer
keines deiner Worte
trage ich fort
unser Versteck
schutzbedürftig
verborgen
zwischen uns
kosten wir den Duft
aus uns
flüchtig
doch hinterlässt er
eine Adresse
tief in uns.

Magnolie-Dreizeiler


Mein erster Blick
du räumst dein Zimmer um
wenig Licht fällt

durch die Fenster
schmale Augenschlitze
du blinzelst mich an

deine Arbeit ruht
lange Umarmungen weich
der Pullover

violett auch
das Lager aus Stoff
Beuteltee Malve

Schmetterlinge
sind unsere Lippen
im Wettstreit um Tau

Angekommen
in ihrer Umschlingung
Ganzkörperanliegen

unter deiner Hand
darfst du nehmen was dir blüht
auch ich frage nicht

sondern die Türe
fällt in ihr Schloss ohne
heimliche Blicke

Münder geöffnet
zum Lächeln der Leidenschaft
geformt dein Haar

kitzeld und rau
in meiner Hand jedes Eck
deines Körpers

unterwegs
zu neuen Ufern meiner
Fingerspitzen

Taschentuchzipfel
an deinen Erfahrungen
lässt du mich schnuppern

die wir die Jugend
nachfeiern mit süßem Tee
Blüte benetzen

die Magnolie
lila Farbe der Fürsin
auf ihrem Parkweg

der Schoß der Natur
mit ihren dicken Knospen
tiefer ihr Leuchten

beim Anblick
der gehauchten Worte
schreibe mir schreibe

doch weht der heiße
Wüstenwind quer durch den Raum
gelbe Fahnen

schweißgebadet
die taunasse Fahrbahn
Unendlichkeit

in der Weite
des Himmelslichts engelsgleich
unser Gesang

wieder und wieder
die zarten Berührungen
wie zufällig

auf dem unbenutzten
Weg der Rückkehr
zehn Meter weit

an einem Mittag
schreitet die Gewandete
hechelnd vor Glück

im Wettstreit
der Körper um die Quellen
duftender Schauplatz

und kunterbunt
alle Jahreszeiten
vereint.

Hüften-Dreizeiler

Enges schwarzes Kleid
zum Rhythmus der Musik
lasziver Hüftschwung...

Meine Hände
formen den Kreis der Hügel
Blicke im Spiegel

Mein Tanz flutet
den Körper ich winde mich
Arme sind Flügel

Mit flinken Schwingen
locke ich dich im Drehen
dir wird kreiselig...

Ertrinkender-Dreizeiler

Du kommst näher,
meine Augen fangen dich -
in Armen liegen...

Dein Mannesstöhnen
der Schlüssel zur Türe,
unser Paradies

Hauche mir ins Ohr,
ich höre nichts anderes,
strömt in mich über...

Du greifst nach mir -
den Ertrinkenden
rettet die Hüfte

Deine Hände,
gierig tasten sie mich ab
Überlauf der Lust...

Bleischwer-Dreizeiler

Bleischwer die Augen,
pulsierendes Federleicht
meines Glücks

Aus der Fernde
Denken und Nachfühlen
dieses Augenblicks

Goldene Schale
des Mondes - den Wein
der Liebe trinken

Auf dem Kissenschiff
mit dir zu neuen Ufern
Palmen finden

Saugende Küsse,
deine Zunge hat Arme -
gespreizte Beine...