Donnerstag, 30. August 2012

Federn

Dem Rauschen
in den Adern
dem Tauchen
des tiefen Atems
dem Pochen
hinter der Brust
den wogenden Worten

die Federn des Kissens
schlagen zu Flügeln
tragen mich ins Reich
der lichterlohen Flammen
der Lust...

Teufelsbraut

Das Paket hier ist für dich
sprachs grinsend ich
verstand erst nicht dann
aus dem Füllpapier ein

langes schwarzes Etwas
weich doch ohne ein Textil
zu sein mit einem Schuh
vorndran ach was 12 cm

Absatz Stiefel hoch wie
Anglerzeug doch reichlich
schmal die Schuhspitze
der passt wie angegossen

mei so hoch was hab ich
für ein schönes Bein darin
mein schwarzer Lederrock
passt auch dazu das knalle

rosa Oberteil der süße String
ich stakse noch ein wenig
auf dem Teppich rum mein
Spiegel platzt vor Wonnen

und mein Süßer kann die
Blicke kaum mehr wenden
die sexy Teufelsbraut als
wär ich nie was anderes...

Mittwoch, 29. August 2012

Ströme

Wenn wir uns
erst berühren
fließen Ströme
die uns lustgesteuert
zueinander führen
aufeinander
treffen lassen
formen 
und ins Keimen setzen
verschlingen in
einen 
losgelösten Leib.

Neue Wohnung

Mit einem Knarzen öffnet sich die Türe
Räume leer und weiß das Hallen meines
Atems schiebt die Eingangstüre zu es
duftet noch wie frisch gestrichen auf

dem Boden ein paar Krümel von den
Bauarbeiten die Tapete gibt die Antwort
auf mein Fingertasten ein paar Gegenstände
sagen dass ich nicht allein hier wohnen

werde eine alte Ledertasche schwarzer
Rucksack der die Schlafwäsche
beherbergt ein paar Bücher liegen dort
im Eck und weiter hinten schwebt ein

andrer Duft durch dies Refugium die Aura
eines frischen Wannenbades ein paar 
Tauben auf dem Fenstersims sind mit
sich selbst beschäftigt wann kommst du?





Dienstag, 28. August 2012

Meteorit

In mein Leben
bist du eingeschlagen
meteoritengleich
als Naturereignis
das durchaus
im Reich
des Möglichen
doch einmal
in Epochen nur
erscheint

für dich
wohl eher
ganz gewöhnlich
du reist durch
Galaxien
sammelst Sonnen

die ganze Wucht
von Wellenklang
hat niemals vorher
meinen Grund berührt

sinnlos daher auch
zu fragen
wo du
all die Monate
zuvor
gewesen bist.
Nie kreuzten sich unsere Wege...
ich hauchte dir
einen imaginären Kuss zu
du fordertest mich heraus
mit feinsinniger Freundlichkeit
ein rosafarbener Wind
wehte mir um die Schultern
berührte meinen Hals
streifte meinen Mund
zum Kuss
jede Kurzbotschaft
und es waren hunderte
Labsale

Wir sahen uns
und die Vermutung
wurde wahr
einer fein schäumenden
überquellenden
Wärme

wir sprachen
als ob wir uns
schon hundert Jahre
kannten

unsere Ähnlichkeiten
mit Armen
kaum zu umfassen
bis in manche Details
deckungsgleich
Blicke in einen
sprechenden Spiegel

im Schein einer Stimme
Magnet aus dem Nichts.

Zehn Dreizeiler der Liebe

Duftendes Schaumbad -
die funkelnden Momente
im Schweinwerferlicht

Auf meinen Hügeln
Finger des blühenden Baumes
den Duft trägt der Wind

Und Federgräser
berührt vom Zweig des Mondes
spiegeln sich im Teich

nach der Flasche Wein,
du gabst mir einen Namen,
ich nehme ihn an

Am Brunnenrand keimt -
verlorenes Samenkorn,
Vogel bleibt hungrig
                           
Zwei Spatzen aus Ton
schnäbeln gern auf dem Teppich
so mögen sie stehn

Heimlicher Tanz
auf moussierenden Wogen
Vollmond hält Venus

Meer von Gefühlen
mit dir planschen - Strandnähe
uns eine Wohnung

Nächtliches Rauschen
steigt aus dem dürstenden Blau
wir trinken uns leer
Schaumblasenreste
puste ich dir sachte zu 
auf deine Lider

Honigwaben

Ein Gelege
voller Honigwaben
verbindet uns
mit kleinen Töpfchen
süßer Nahrung
Spiegelbilder
unserer Worte
Berührungen
der Liebe
sanfter und
erregter Stimmungen
und einer tiefen
Verbundenheit
der Waben miteinander
so wie der Honig
in den Waben
unterschiedlich schmeckt
was von der Blumennahrung
abhängt und von der
Jahreszeit
das Honignest
wird jeden Tag
erweitert und
gefestigt
in jeder Stunde beinah
bauen wir
an unsren Vorräten
für kalte
stumme Tage
um nicht zu frieren
sondern satt
uns zu erinnern
heute feiern wir
das Keimen
der Erinnerung
das Wachsen
hier an uns.

Zweite Begegnung

Seltsam dass wir uns in jenem Saal noch nicht
begegneten obwohl wir ein paar Meter nur entfernt
und in die gleiche Richtung sahen doch allein die
Fakten sagen dass es nur natürlich wenn man

sich noch gar nicht kennt wir hatten uns drei Tage
erst geschrieben gerne hätte ich es selbst gesagt
wie wohl du mir mit deinen Zeilen so ausführlich
nett und ohne jede Absicht und doch interessiert

schreibt sonst kein Mann es hat mir imponiert doch
konnt ich es nicht teilen und wer weiß wenn wir uns
da getroffen hätten wäre alles andere womöglich
anders nur zwei Wochen später waren wir schon

wieder in dem Zimmer und nun saßen wir nicht
auseinander sondern Arm an Arm nachdem wir
zwischen dem Gespräch Bekannte wurden mit
Gefühl für Sympathie ich hätte dich ein bisschen

anders eingeschätzt allein vom Bild die Stimmen
kannten wir ja schon am Telefon und hatten das
Geschriebene bestätigt Arm an Arm bei guter Unter-
haltung rücktest ein paar Zentimeter näher an mich

ran und ich genoss es sehr du wolltest es doch war
ich mir nicht sicher ob mein Eindruck stimmte und
vielleicht warst du dir gar nicht so bewusst was hier
geschah war Funkenstum ein Tor durch das wir traten.

Gewitter - Dreizeiler

Ein ferner Donner
wir gehen in die Hütte
da hört uns keiner...

Leere Gaststube
sei heute mein Besucher -
die Speisekarte?



Gewitterregen,
Zeit für Liebesgeplänkel
mit dem Ehemann.

Montag, 27. August 2012

Reise-Dreizeiler

Vor dem Stromkasten
Johanniskraut-Busch
du bist die Ruhe

Mit Bangen im Zug
die Kastanienblüte sekundenweise
die Buben vespern

Nächster Halt
"der Zug hält nicht ewig,
alle Koffer nehmen"

Die Großstadt
kein Handyempfang
Gedankenfluchten

Der ergraute Herr
lächelt still zur Lehrerin
fescher Bürstenschnitt

Jetzt die Durchsage
nächster Halt in Irgendwo
erhebender Moment

Dein Anblick
du winkst mit hohen Armen
nimmst meine Spannung

Uns gefunden
endlich in deiner Wohnung
wir finden noch Platz

Erhöht, erobert
jeder Zentimeter Wand
die Minuten wir

Unsre Wonnen
du segelst über meinen Körper
gegen den Wind

Die Segel hissen
heißer Wind treibt uns an
Wellen steigern sich

Dein Lächeln
haben sich die Götter abgeschaut
ich darf dabeisein

Krönender Abschluss
Haareschneiden und Kitzeln
die Badewanne

Ruhiger Bahnsteig
Flugzeuge steigen auf
Abschiedsküsse

Verrückte Reise
durch die Regionen des Seins
Heimatgefilde

Die Vibrationen
wogen durch meinen Körper
noch viele Stunden

Sprich

Sprich die Worte der Termine
sag noch einmal wann das Treffen
starten und wohin die Reise
gehen wird die leichte Wehmut

in der Stimme füllt den Bogen
sanft hinab auf dem ich gleite
nicht zu rasch es ist genau die
Zeit die ich zum Schwingen

brauche sprich ihn langsam
lass ihn klingen meine Finger
spitzen feuchten sich ich greife
nach dem letzten Wort und halte

es ich gehe heim dort liegt das
Wort am Tisch die Sanftheit
deines Baritons der eines schönen
Mundes würdig sich erweist in

einem freundlichen Gesicht dein
Wort sei mir Versunkenheit du
meine Lotosblume Wiege der
geheimen Küsse sprich den Satz!

Nixe

Nixe der Waldes
deine Seifenhände
grenzenlos nahe

Sonntag, 26. August 2012

Dreizeiler der Sehnsucht

Dunkeldurchsichtig
überspannt er die Hügel -
Ameisenschritte

In deine Richtung -
unsere Sehnsüchte
begegnen sich dort

Hast ein Bild von mir
mit deinen Fingern gewebt
unter der Decke

Meine Gedanken
weilen bei dir - die Reise
einer Melodie

Gewusst warum

Unerbittlich
hast du dich bemüht
am Anfang der Gruß
nach der Reflektion
der alten Tage
das Wutgeheul
die Stille

nach Monaten
ein neuer Gruß
von dir
das selbe Ritual
sechs mal
drehte sich
das Karussell

der Zorn
war irgendwann
verflogen
mein schotteriger Lebensweg
führte mich wieder
in Ufergefilde

in der Ferne
sah ich dich winken
dein stetes Bemühen
rief ich dir zu
und du zurück
ich hab gewusst
warum.

Freitag, 24. August 2012

Schirm

Eine feine
Melancholie
bunte Ölschlierpfützen
das Grau der Straße
vor Augen im Blick
einer Wartenden
der Alltag
der nur wenig Tröstliches
ihr bietet

und als der Regen
einsetzte

schillerte der Asphalt
ihr hochgestellter Kragen
lenkte die
inneren Wege
Auto wichen
Pfützen aus

plötzlich
stand er neben ihr
bot seinen Schirm an
endlich
dachte er
wie viele Monate
das gleiche Ritual
heute
tröpfeln Worte
Wasserfälle
dürten es sein...

 Das Prasseln der Tropfen
auf dem grau-karierten Dach
gibt den Tankt zu Blicken
Lächeln und zu losgelöstem
Lachen Kichern Prusten
Schuhe weichen Pfützen aus
die der Schirm soeben
selbst getreufelt

bald eckt der Schirm
an andere
die Busstation gewährt den
Wartenden schon lange
keinen Schutz mehr
und sein Arm
lädt freundlich ein
sich unter zu verhaken
Augenzwinkern um den
Stock herum
in Strömen fließt
das Wasser vom Polyester
und der Wind weht von der
Seite die Gesichter
sehnen sich nach warmen
Nasenspitzen
und der Bus
soeben abgefahren.

Donnerstag, 23. August 2012

Bus Stop

Dein Rotwein
schwingt
in meinem
würdevollen Glas
und haucht
das alte Lied
mir zu

der Regen
rauscht
den ganzen Tag
entlang
und unter deinem
Regenschirm
an irgendeiner
Haltestelle
wartend
auf den Bus
dies Lied
das Namensgleichheit
schaffen wollte
wie pro forma
du und ich

nie hatte ich
im Leben
dieses Lied erwähnt
und wenn
es hätte sicher
niemand
sich erinnert
doch
du kanntest es

mein Rotwein
leert sich
so allmählich
und dies Lied
singt in mir
seine Melodie
sein Hoffen
mir ins Ohr.

Besuch bei dir

Neulich mein Besuch
bei dir
seit langer Zeit
wir sprachen über
viele Themen
tauschten Lächeln
ein paar Komplimente
streiften mein
Empfinden
meine Haare
und mein Kleid
das bunte knappe
mit dem Meeresausschnitt
hast es genau betrachtet?
ich trug darunter
keinen Slip...


Dienstag, 21. August 2012

Zuhörer

Deine Blicke schrieben bändeweise
folgten unablässig meinen Lippen
alles was ich dir erzählte formulierten
sie zu einem Buch mit einem weißen

Einband und noch ohne Titel denn
er wird am Ende eines Lebens erst
graviert und selbst den Staub den
so ein Buch im Laufe seiner Jahre

ansetzt selbst den Staub schriebst
du mit deinen Blicken so entstand
mein Leben hinter deinen Augen
noch einmal ganz neu du kochtest

Kaffe holtest Tassen aus dem Schrank
die Milch und noch die Löffel und
dein Spürsinn war mir nahe deine
Gegenwart schrieb mir Verbundenheit.

Erste Stunden

Unsere ersten Stunden
ich habe Schmetterlinge im Bauch
sagtest du
und sogleich flogen sie zu mir
die weißen Tüchlein
wuchsen im Flug
zu einer Flagge
im Bachwind
an die Brücke gelehnt

Montag, 20. August 2012

Worte

L eidenschaftlich
i nnig
e motional
b eständig
e mpathisch
v erwöhnend
o ffenherzig
l ächelnd
l ustvoll

Hochsommer-Dreizeiler

Hinter einem Baum
Sonne glüht auf nackter Haut
vor Verlegenheit

Kühlung im Dorfbach
unter den Weiden schlammig
Bräunung geht auch so



Nachts in den Garten
Duschen mit dem Wasserschlauch
helles Entzücken

Sonntag, 19. August 2012

Küsse

Unsre Lippen nähern sich im Schnecken
tempo jeder Augenblick ein goldener aus
jedem Atemzug strömt kleiner Hauch von
Ewigkeit sie liegen so behutsam aufeinander

und ich spüre welche Softheit von dir ausgeht
einen kleinen Spalt weit öffnen sich die
Labien ein neues Lichtjahrzeht beginnt die
Zungenspitze tastet wie im Neuland auf der

Suche nach dem Spiegelbild sie will nur
sanft in deine Arme aufgenommen werden
nicht im Sturm er mag erst später kommen
nach dem Kosten später wenn die Wolken sich

zusammenbrauen Wattewogen flüstern Zungen
sich entgegen wie magst du es breit und
butterweich doch lieber spitz und stoßen
Zögern meines Fühlers und der Rückzug wenn

du mir zu hastig wirst ich stöhne wenn du
meinen Pfaden folgst und jeden Millimeter
meiner erogenen Zungenzonen erst ertastet
hast nur dann weiß ich du willst nur mich

und nicht ausschließlich dich erst dann
kann ich mich deinem Herzen nähern und
weiß ich wer hinter deiner Zunge steckt
und kann mich ganz in dir verlieren.

Mittwoch, 15. August 2012

Eis

Die Kugeln langsam und genüsslich
lecken in der Hitze dieses Mittags
bilden sich schon Tropentropfen die
den Rand des Hörnchens überfluten

nähern sich gefährlich meinem Zeige
finger rings herum mit breiter Zunge
hinterherzufangen wegzulecken das
Gebot des Augenblicks nun rasch die

Finger auf die Seite und von unten in
die rauen Löcher dieses Waffelbechers
ziehe ich die Zunge weit nach oben bis
im Eis sich Straßen bilden ach wie schnell

die Kugeln weicher werden und von selber
schmelzen auch die Blicke mancher
Männer einer nah an mir vorbei er dreht
sich um und winkt mit seiner Glossa klar

ich halte ihm mein Hörchen hin doch er
geht lieber weiter an der roten Ampel
steht der Autofahrer brennt mir seine
Blicke straks auf meine Lippen hupt und

stiert auf meine rote Bluse oh ich hab
getropft ich hatte nicht mehr auf mein
Eis geschaut belustigt grinse ich zurück
und mit den Fingerspitzen fahre ich

den Flecken ab der mitten auf der Brust
sich breit gemacht ich lecke schneller
weiter denn das süße Eis will fließen
Explosionen von Geschmack erlebe ich

inmitten auf dem Gehsteig wäre meine
Zunge nur ein wenig breiter oder länger
doch mein Hörnchen ist auch so schon
ziemlich weich ich beiße vorsichtig hinein

die Zunge stößt in zarte Kühlheit und den
Rest der Kugeln sauge ich zu Pyramiden
mir empor mein Meißel meine Zunge
formt gar einen Phallus der in meinem

Mund verschwindet Blicke über Blicke
lass ich auf mich regnnen während ich
n meiner Waffel weiterbeiße hol ich rasch
die kleine Wasserflasche um den Fleck

herauszuwaschen und es kühlt sogar die
Brüste etwas Wasser läuft die Bluse weiter
abwärts mit den Finger löst der Fleck sich
langsam auf der letzte Rest von Hörnchen.

Dienstag, 14. August 2012

Intimus

Lass den Diskurs sein ich liebe die Sterne
die urheimlich über uns stehen und leg
deine Hand auf den Oberarm bald wird er
kühl sein dein Hemdsärmel spannt nicht

die Härchen mir kommen entgegen ein
lauschiges Plätzchen zum Wärmen die
Sektflasche steht noch am Tisch doch der
Inhalt trat folgsam die Reise an höre ich

Rauschen Intimus ich bin längst entwaffnet
den Stuhl etwas näher dein Antlitz die Brille
zur Seite und heize mir ein deine Flamme
lass züngeln die Hände mir Reibung erzeugen

dein Flüstern verspricht mir den nächtlichen
Himmel tiefblau sei die Seide Gestirne als
Muster ich darf es mir wünschen ein Jahrmarkt
ein Spielfeld vom Sofa zum Teppich zum Bett

und zurück gib mir Wasser ich dürste nach Lust
und nach Sehnsucht nach Trieb und nach Kichern
du zeigst deine Rute den Heizstab den Pinsel
du führst dirigierst lässt uns beide gewinnen.









Montag, 13. August 2012

Massage

Sanfte Massage
Öl das nach Obhut duftet
Regenmelodie

Und ein Crescendo
die Flügel schlagen wilder
Gleiten durch Zonen

unsere Lippen
gieren nach heißem Regen
über die Körper

bis hin zur Quelle
vor der sich Augen schließen
der Mund sich öffnet

Dein Bett

In wachen Nächten -
ich darf dein Bett einnehmen,
weich, hell und duftend

Der Mond scheint durch das Fenster
selbst bis unter die Decke

Gestade

An den Gestaden
lege dich auf die Schwelle
der Amphibien

Meine Zunge steigt
unsere Segel gleiten
über den Zenit

Bescheid

Deine Blicke
ich weiß Bescheid
deine Hände
ich gerate aus den Fugen
spiele auf mir
du kennst meine Resonanz
noch mehr Nähe
ich kann nicht weichen
halt mich fest
damit ich zerfließe
ein Nest
ist irgendwo
gefunden

Dienstag, 7. August 2012

Eng umschlungen

In Gedanken wir
eng umschlungen, und dein Bett
gehört heute uns

Montag, 6. August 2012

Abgelegt

Der gleiche Mond
wie damals
still staunten wir
die Hände aneinander
gefaltet
und der Schein der
Zimmerkirche
dunstete
uns farbenblind
der Mond
braucht keine Farbe


hier ging die Eile
zwei Stunden
mal spazieren
fort war sie
hinter Mauern
jener kleinen Stadt
die uns aus ihr
hinausgeführt
die Unrast blickte sich
nur kurz noch um


bevor wir uns
der Nähe widmeten
der Sommernähe
die auch ohne
Kleider
uns zueigen war
der Tagesstaub
lag abgelegt
unter der Bank.

Pipette

Mit der Pipette -
du darfst den Weißwein schlürfen,
Quelle deiner Lust

Zimmermädchen

Dein Zimmermädchen
bin ich dir heute Nacht -
nur das Häubchen fehlt...

Lustmelodien

Lustmelodien,
wir schließen schon das Fenster -
manch schräge Töne

Grillen

Unter dem Vollmond -
die Grillen verrieten nicht
unsren Flügeltanz

Den ganzen Tag lang

Deine Fingerspitzen Federpinsel die mein
Hauthaar leuchten lehren und sie kennen ihre
roten Teppiche auf mir drei Dreiecke die
folgsam sie besuchen und in keiner Zeit

gelange ich in einen warmen See der Wellen
schlägt beim Tauchen und du lässt mich
schwebend sinken in Regionen eines
parallelen Daseins schwinige ich auf einer

hochhaushohen Schaukel durch die Sommer
sonne ja auch deine Lust an mir schwillt vor
du rückst mich rittlings schon zurrecht in
meinem Innern Tiefe sehen ach ich habe Zeit

nur dann gehts rasch im Trab ans Ziel du
federpinselst meine Knospen so kannst du
mich führen und ich springe lange dann drehst
du mich auf meinen Rücken rüttelst mich mit

Vehemenz ich fühle mich am Bettchen festgenagelt
lächelnd reißt du deinen Mund auf in Erschöpfung
und mit chweiß bekleidet wischen wir uns ab und
unser Kichern dauert schon den ganzen Tag lang.

Samstag, 4. August 2012

Kastell

Fahr mit deinen warmen Händen
meinen Rücken sanft entlang ich rühr
mich nicht vom Fleck und meine Haut
strebt dir entgeben schon im voraus

weiß ich nicht wohin mein Rund dich
führen wird hin zum Kastell und auf
den Höhen zwischen tiefem Graben
lässt du fünfmal Blicke schweifen

steckst das Feld ab prüfst den Boden
sozusagen  mit der Zunge und der
Graben öffnet sich die Brücke abge
lassen bittet dich die Gräfin nicht

mehr lang zu zögern doch du eilst
nicht schlenderst hin und her und
inspizierst das tiefe dunkle Tal die
Beine leicht gespreizt damit du

tasten kannst doch du genießt die
Millimeter und erst recht mein
Flehen komm die Zeit drängt deine
Zunge folgt den Händen deine Lippen

spüre ich wo bleibt denn dein
Erbarmen ach ich bin Gefangene in
meiner Burg und warte schmachtend
auf Befreiung drücke deinen Körper

fest auf mein Kastell ich hebe mich
so kannst du mich von innen her
betrachten näher deinen schönen Fühler
in meinen warmen Raum wirst dringen.

Freitag, 3. August 2012

Bergbach

Eidechsen huschen
Auf glattem Felsen
schmiegen sich
die uralten Muster
wir tragen die Wassertropfen
auf unserer Haut
das Rauschen noch
in den Füßen
und auf den Armen
versandet das Brennen
der Bergbachkälte
aus der Hocke
froschen wir
in die grünen Fluten
sind Teil der
sprudelnden Luftblasen

und der Himmel
treibt
durch den gläsernen
Felsenschatten
die Unterwäsche
ließen wir
irgendwo liegen
in der Welt
der Befangenheit
Haut nimmt sich Haut.