Dienstag, 26. Februar 2013

Team

Der Abend mit Kollegen
seine elegante Küche bot viel Platz
sich auszubreiten
und schon waren wir mittendrin
in den Gesprächen
auf dem Ottomanen
strandete Gemütlichkeit
die Korken ploppten
und die Knabberfreuden
kreisten um den Couchtisch
immer enger
wechselten die Küsse
und die Hände ihre Liegeplätze
meine Knöpfe freuten sich auch
über die Besucher
ein solch reger Austausch
wie er im Büro nicht hätte
effektiver sein können
oh, das Projekt hieß wohl
"Intim im Team".

Montag, 25. Februar 2013

Harte Versuchung

Du liebst so sehr das
plüschgehübschte Kämmerlein
im fahlen Schein der kleinen
unschuldweißen Kerzenleuchter
du redest gern es tut so gut
sie gibt dir dann zur Antwort
bei deinen Problemchen
kann ich dich so gut verstehen
nun leg dich streck dich
auf die winzig süße Couch
und lass dich hübsch
mit meinem netten Handgerät bedienen
dein Rücken dankts
mit zarten roten Beulen
es reicht noch nicht
du brauchst noch etwas mehr
ja welches Peitscherl hättest gern
das blaue ist besonders fesch
das nehm ich nur für dich
in meine sanfte Hand
hörst du das liebliche Gezwitscher
ein paar mal noch
dann ist es aber gut für heut.

Sonntag, 24. Februar 2013

Wackelpeter

Ich würd so gern von deinem Wackelpeter naschen
und danach den Dackelzeter haschen
wahrschlich auch den Fackelmeter waschen
auf Jackeltretertaschen
Sackelfedermaschen laschen
um dann doch weter vom Nackelweter
mit einem Glackel Seter zu paschen
ach, Packelneter zu aschen,
du Nackeldeter!

A p h r o d i t e

A m Tempeleingang stehn die Menschen, lauschen, was sie ihnen
p redigt. Ihr Gewand verführerisch, der Ausschnitt tief
h erab, "so sollt ihr Frauen euch den Männern zeigen", sie rief
r eizend mit lasziver Stimme. "Männer, ihr sollt dienen
o pfern euren Frauen, loben ihre Schönheit und auch
d anken für ihr Können, ihre Liebe! Frauen, lasst
i ndes nicht nach, den Anmut eurer Männer ohne Rast
t tagein zu loben, nachts zu fördern! Lockt sie mit dem Hauch
e ines dezentee Kleides und mit euren süßen Mienen!"

Schnee

Knietief auf der Terrasse
unter dem Balkon
noch nicht hart gefroren
nach der Sauna
waten wir wie Störche
Ah´s an der Kette
halten uns fest
hitzig unsere Körper
nutzen wir die Gunst
der Viertelstunde
lassen die Bademäntel
von den Schultern sinken
Pulverküsse Wimperneis
Stilvergnügen Hügelschnee

dein Mantel ist flauschig
dunkelblau auf der Oberseite
die rosa Decke
ist auch schnell gefunden
in der wir das Kichern
erzittern lassen
das scheinbare Wehklagen
in den Tüchern bergen
Nackenvibrieren Schulterrieb
Brüstevergraben Nabelschmeck

wir finden uns in der Mitte
eines Schneehaufens
bewahren die Hitze zwischen
unseren Hautfalten
du bist mein Tauchsieder
in meinem Schneemieder
eine Dampflok
die höchste Höhen bezwingt
gegen die Außenkälte kämpft
und sicher weiß
dass sie alles erreichen wird
unter sternenvernetztem Nachthimmel
dampft die Lust aus allen Poren
ein naschverkatztes Kristallberauschen
an beflauschter Stoppelbartsternschnuppe




Freitag, 22. Februar 2013

Schnecken

In den Ecken voller Quecken
hecken wir auf unsren Knecken
in den Tecken Haselschnecken
recken ihre Schecken auf
lecken ihren Zeckel ab
stecken uns die Secken ein
wir kecken uns so beckenvoll
und decken uns zart geckentoll
die Sprecken sind dein Feckenzoll
ich würd so gerne immer mecken
von Augen alle Wünsche pecken
bis ich im Alter ging an Krecken.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Wäsche

Wir gehen uns gerne
hin und wieder
alle paar Jahre
noch einmal an die Wäsche
du Inmineischlupferle
baden in unserer
wolligen Lust
du lässt meine Haut
an deiner schmelzen
reinigst mich von allen
schmutzigen Gedanken
und was du so
verlauten lässt
ist nicht aus der
Luft gegriffen.

Dienstag, 19. Februar 2013

F u s s b a l l e r b e i n e

F ünf Frauen stehn am Spielfeldrand
u nd sehn den Fußballspielern zu,
s agt eine zu der andern: du,
s ihst auch den Spieler - elegant!
b einah sieht er dem Clooney gleich,
a uch die Frisur ist wunderschön -
l andauf landab noch nicht gesehn,
l obt sie, sein Teint sei auch nicht bleich;
e r strahlt so voller sex appeal,
r ennt er dem Ball im Zickack nach,
b esondrs seine Beine - ach!
e in Blickfang in dem ganzen Spiel
i st ihre schlanke Muskelkraft und
n ett die männliche Behaarung;
e in "Dazwischen" wär ihr Ziel.

Gegensätzlich

wir könnten nicht
verschiedener sein
ich deine Muse
du mein untergehender Stern
am nackten Himmel
feierten wir unser
letztes Mahl
großer Bär im Anzug
deine kraftvollen Arme
ließen mich beinah verschwinden
doch in meinem
Unterweltenmund
bist du vergangen
Orpheo
wie Sahne
die ich leckte
als Libelle setztte ich
die Kinder in deinen Töpfen aus
wo sie noch immer
auf Beutezug gehen.



Sonntag, 17. Februar 2013

Gebet an meine Hände

Ich umöle meine Hände
und verschränke meine Finger
lege sie um seinen Allerhöchsten
wissend wie mein Handwerk
praktisch zu vollführen sei
doch bete ich
es möge auf und ab gelingen.

Drehen

Spendest du mir deine Küsse in den Nacken
wird mir schwindelig als würde sich mein
Lager drehen halt mich an meiner Decke
aus der nur die Gesichter vorlugen sie drehen

sich ins Vertikal der Wärmerei der Ausdehnung
dem Fluktuationspunkt der Verformung in
Pastell die Mandelbäum bereiten sich die
leeren Falkenbäume ludens weiterführend

unser Zeichenarsenal und Gesten die in
Federfalten überwintern und Metamorphosen
unsres Nacktseins bilden bäumen sich durch
Kett und Schuss verdichten sich am Dachfenster.

Kürzeste Verabredung

M: ?
F: !

Samstag, 16. Februar 2013

Einfühlsam

Die Spezialmassage
nur für Frauen
wähle ich
betrete in sanftes Blau gehaltne Räume
dort empfangen mich
zwei nette junge Herren
sportlich die Figur
spartanisch angezogen
eine Menge Tücher
Düfte Kissen und Musik
ich darf mich nun entkleiden
und sie helfen mir
so einfühlsam
ich lege mich
ergebe mich der Hände Spiel
von Kopf bis Fuß
natürlich auch der Po
die Brüste und die Labien
und ich darf stöhnen
wie ich lustvoll bin
die Musik klingt selbst entrückt
und die Erregung steigt und steigt
in wolkenferne Höhen
ich kann es nicht mehr halten
und entlade mich in seiner Hand
er küsst mich sanft
lässt seiner Zunge freien Lauf
ich darf mich umdrehen
trinke Tee ein Rächerstäbchen glüht
das Spiel beginnt von neuem
ich möchte es nun etwas fester
jetzt ist der andere an der Reihe
und er führt mich mit der Zunge
in den überfeuchten Schamlippen
zum Beben zum Vulkanausbruch
ich schreie und er lächelt mir
ich trinke Secco
und darf ruhen.

Wartung

Meine Nervenbahnen
darfst du täglich
prüfen
das ist wichtig
für die Durchlässigkeit
nichts darf hier
Widerstand bereiten
Blockade oder Sackgasse
wären umgehend
zu beheben
bitte prüfe
meine Knospen
halte ich dir hin
ein kleiner Reiz
oh ja
es funkt
und unten
ist die Liebesenergie
schon angekommen.

Bild

Meine Blicke
ich kann sie nicht abwenden
ein simples Foto
doch der Kerl darauf
volle Lächellippen
alle Reize ausgefahren
ich falle um
die rote runde Brille
und sein kurzes Haar
doch fast das Herrlichste
sein Stoppelbart
ich kann die Augen nicht
mehr fortbewegen
er wirbt für eine
Umweltbank
für sich
die Werbung ist
schon unten
angekommen.


Schmetterling

Der Falter fügt sich
unauffällig und
in Flügelruhe
lichtgebeugten
Röckenischen
bis ein warmes
Klima
übereilt
er sucht das Licht
streift sich den
Rockstaub von den
Flügeln
Schweifenblickes
sucht der Schmetterling
den angebotnen Nektar
spreizt die Lippen
fühlertastend
lässt er seine
Zehen wandern
schlägt er
lüstern
mit
den Schwingen.

Wogen

Wir sind uns
gewogen
schaffen wir uns
auf dem Trockenen
eine Wellenmatratze
mein brandender Körper
verlangt nach deinen
Salzen
und deine Hände
folgen meinen Hebungen
in Wellen
nimmt der Alltag Abschied
tritt das Segelleben
in gleißende Erscheinung
fließen Ströme
in und durch mich
lösen sich und mich
in unserm Wellenbad
ganz auf.

Schweben

Unsere Lippen und Zungen
Hände Schenkle meine Brüste
süßestes Werkzeug
erfolgversprechend in Versuchung
zu führen
gleich und zeitig
Schalen
um die Köstlichkeiten
einzufangen
süßer weil pikanter
nicht sein können
meine völlige Erfüllung
gibt mir ein
wahrhaft
schwebendes Empfinden.

Karussell

Lass uns mal wieder
Rasenkarussell rollen
in Umarmung

Wir eiern runter
kommen ganz woanders an
unser Ringelspiel

Das Gesicht zwischen
die Schenkel des anderen
ein Abenteuer

Freitag, 15. Februar 2013

Glossolalie

Ozeanethemen tief und endlos
soziologisch philosophisch psycho
logisch raumeinnehmend streitend
gleitend einendnähern wir uns mit

Verlaut der Worte kühlen unsre
Kehlen basteln an den Termini
sinnieren über Sinn und dessen
Ränder mit den Konvoluten sinkt

der Abstand zwischen den Gesichtern
und die Stimmen leiser beinah flüstern
wir kanalisiert die Nebensätze
schlucken wir mit Bitter Lemon fort

die Stimmung rutscht aufs Nebengleis
dort ruht der Transit unter Bäumen
wird es stiller öffnen sich die
Emotionen und die Lippen breiten

sich im Kürzungsmodus unsrer Sätze
längst schon fallen Worter untern
Tisch dort liegt bereits die Halde und
im Sieb nur Silben noch der Geist

trägt Scheuklappen im Tunnelblick die
Bruchstaben garniert mit Schüchternblick
und Schmalzgeturtel Kicherschnips und
Klimpersmile bis auch der letzte Laut verebbt.

Bankgeheimnis

Die Anleihesteuer
für dich
hab ich noch nicht
gezahlt
stattdessen biete ich dir
Spekulatius an
nicht witzig
findest du

in meinem Garten
wächst das Moos
selbst auf der Bank
weich und sicher
doch das langweilt dich
ein Termingeschäft
in Morgenluft
ein Hochfrequenzhandel
eine Übernahme gar?

Du ziehst die Brille ab
und räusperst dich
fällst leicht in Dialekt
du willst
tatsächlich meine
Barschaft fühlen....

G e b u r t s t a g

G lühend warte ich auf deine Heimkehr, bin
e rwartungsvoll und feierlich gekleidet. Du
b egrüßt mich stürmisch, deine Augen wie zwei Kerzen
u nd die Lippen fallen sich sogleich in ihre Arme;
r auschdurchflutet sinken wir auf den Flokati,
t eilen brüderlich Begehren, Lust und Säfte;
s elig unsre Körper, Blicke, Hände, Küsse,
t auchen auf, ein Kichern auf vermalten Lippen,
a uf de Tisch steht immer noch der Kuchen, und ich
g ratuliere dir nun endlich zum Geburtstag.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Federball

Federball spielten wir die Fantasmoblasen
schaukelten durch rosa Lüfte verfingen sich
in Blätterspitzen Regen rieselte bald zwischen
uns und wir versanken in den Träumen die

auf Kräuterwiesen liegen unsere Schläger
wurden Windkanäle und der Dufthauch eckte
um die Hälse und dort gruben wir uns ein
die Schiffe fuhren mit uns auf die Wolkenberge

schweigend gabst du mir dein Wort und
hieltest Taue der Erregten Funken spritzten
beiderseits der Fahnen himmelblauer Anmuts
falten rissen Himmelshaufen auf die Sonne

wagte sich hindurch auf Sommerblumen
Äpfel fielen schon ins feuchte Moos und
Wurzeln wurden angerührt von unserem
Anblick links und oben Leute oder niemand

der uns hindern konnte unter Blätterschatten
sselbe Spiele zu probieren wie im Stall die
Schaukelpferde nur auf Kufen und mit
Jubelrufen wenn es ein Stück vorwärts rutscht

dem Ziel ein wenig näher kommt so steigt der
Eifer deine Hände waren Hitzespiegel auf den
Dünen als das Blättermeer sich nach und nach
verdichtete zur Sammlung in der Zitadelle.

Kostüm

Mein Bacchantinnenkostüm
mit seinen Riesenbrüsten
und den handtellergroßen Knospen
weckt unverholen Augenlider
aller Männer aus dem Dämmerschlaf
in gleißendes Bemühen und
neutrales Minenspiel
doch es misslingt so gründlich
überall das Nicken und die
Anerkennung die
Wünsche sprießen lässt
pfeifende und schnalzende
Zustimmung für mein Kostüm
Gespräche sind mir sicher
wie die Nähe die sich zusehends
verkürzt
die nur von Konkurrenten
leicht gestört wird
scharenweise Mannsvolk
und ein Leuchten
in den Augenpaaren
ich brauch mir bloß
den Süßesten zu angeln.

Zutiefst

Wenn wir uns
in Transparentes hüllen
ich mir die Wangen rouge
und die Lippen ziehe
erblühen unsere
Steinzeitkörper
fassen uns
an Händen wie die Kinder
kichern fällt uns leicht
lang und samen Schrittes
erobern wir uns
jede eizelne Partie
nehme ich noch einmal
Platz auf dir

deine Zartheit
dringlich spürend
öffnete ich meine Tür
Besuche sind uns
wegen steiler Stiegen
nicht mehr möglich
doch dein Klopfen

und die Hände
legst auf meine
beiden Fenster
genussvoll wunderbar
ich danke dir
zutiefst

Ascherdonnersvalentinstag

Der Buchs
den wir gesammelt
übers Jahr
sandbleich und steintrocken
verbrennst du
feierlich
auf kleiner Flamme
bis auf dem Teller
ein Häuflein Asche
halbwegs weiß und schwarz
zurückleibt
drei rote Kerzen
zündest du
wir ledigen die Kleider
im Lotussitz
streichst du mir
erst ein Herz
auf meine Stirn
auf  Wangen Hals
und Brüste
malst die Herzen aus
auf den Bauch
legst du dich
es verschmilzt
wie wir
an uns.



Dienstag, 12. Februar 2013

Jahre Zeit

Auf deinem Sofa halten wir
die Bilder aus dem Leistungskurs
dazu gibts Salzstangen und Sherry
über weite Steppen damaliger
Politik besprachen wir uns
Famous Blue Raincoat
ließest du hin und wieder tröpfeln
als wir dann dein Sofa enterten
so tapsig unsre Füße unsre Hände
und nicht wirklich angenehm
mit Minimalerfahrung
doch bis dahin
hatten wir noch Jahre Zeit.

Federrauschen

Watteweicher Sand und die heiße Luft
schlägt auf die müden Wellen Federrauschen
säumt die Sonnendecke auf mir feuchtes
Pulver die Matratze der Unendlichkeit

des Ozeans erlaube ich durch mich hindurch
zu ewigen ich werde eins mit ihm die
Brüste tragen Wogen ein paar Meter weiter
nur mein Nabel sinkt zu Boden gräbt sich

ein die Arme Beine schwanken treibholzartig
hin und her und mein Gesicht zerfließt in Sand
der Bauch wird eine Welle die zu meiner
Muschel gleitet und darin verschwindet.

Party

Auf jener Party lernte ich
dich näher kennen
in die Sabelschule gingst du
ich in die Maria-Ward
ein Winter war es
du ein großer Junge
freundlich und gesellig
deine Lippen waren
so besonders wohlgeformt
die obere bestimmend
auf dem Gehsteig
in der Nacht umarmten wir uns dann
du küsstest mich mit Zunge
und es fühlte sich
ein wenig seifig an.

Maske

Hinter meiner Katzenmaske nehme ich dich ins Visier
dein Arbeitsanzug des Kaminkehrers umgaukelt
deine sportliche Figur du hast mich wohl noch
nicht bemerkt in deiner Unterhaltung schornsteinst


mir den Rücken zu ich schubs dich aus Versehen oh
dein mondentaugliches und schwarzes Bubenlachen ...
"Miauuuu Entschnurrdigung..."
so sehr verlegen machst du mich nicht nur gespielt


als Katzerl hab ich meine Fährte aufgenommen bleibe 

unauffällig in der Aura deine Scherzereien dauern nicht 
mehr lange und ich sehe dass du deine Blicke 
nach mir wendest schmunzeld kommen wir uns 

recht schnell näher deine Augen lachen mir du streifst 
die Kappe ab im Näherkommen weichen wir dem
Dampfaroma unterm Eingang gehen ums Gebäude
suchen Nischen eines Schattenreichs wir kosten 

unseren Atem nippen an den Lippen wir verstreuen 
so allmählich unsere Hände auf die Randbereiche 
unsere Zungen tanzen erste Schritte die wir dürstend
kommentieren weiter führst du mich zur Standheizung...

Montag, 11. Februar 2013

Baumhaus

In einem Baumhaus mit dir
und die Strickleiter eingezogen
lassen wir uns den Südwind
um die Nasen wehen
deine stattliche und meine schmale
erkühnen uns an unseren Sternen
meine mit Vorhof
kahnen uns in unserer Hängematte
mit den Armen rudernd
lenken wir uns mit der Spannkraft
unserer Schenkel
an die schwankende Baumspitze
dort wo die Wolken vorbeiziehen
und wenn wir von Klettern
durstig und müde werden
spenden wir uns
die mitgebrachten Obstschäume
betten wir unse Erbsen
in handliche Schachteln
salben uns mit kernigem Öl.

Samstag, 9. Februar 2013

Husarin

Mit roten Rockschößen
seine Lenden umstreifend
zügelt die rote Husarin ihr Pferd
im Galopp durch das Buschland
der Reitwind verwirbelt den
Ausschnitt ein Sturm zieht schon auf
und sie reitet ein Wildfang
die Brüste tanzen voll Abenteuerspaß
den Stammestanz
die Talüberquerung im Schrittritt
sie hechelt und lässt ihren Atem
genussvoll bedeutsam
der Weg liegt verborgen
doch drüben gibt sie ihm
die Sporen in vollem Gerase
die Rockschöße peitschen
über die haarigen Lande.

Unterstreichen

Mein Bogenhorizont
liegt tief im Wellenbord
unterflutig ragen
sanfte Hügel
rot gespitzt hervor
der Kleidersaum tangiert
und bricht sich an den Knospen
der Sichtkreis
gibt zwei Sonnen preis
im Gleiten
meines Silberdunstes
steigen sie empor
den höchten Wonnen
ausgeliefert
Strahlengräser senden
ihre langen Halme aus
die Sonnenglut
zu unterstreichen.

Donnerstag, 7. Februar 2013

S E X

S anfte Näherung die uns umfängt entflammt sich steigernd in
E kstase schirmt das Du mich liebevoll zu meiner Leibentfaltung
X enion bist du mir reichlich und ich gebe mich dir willig hin.

Dienstag, 5. Februar 2013

Gegenpol

Du bist mein Gegenpol mein Antiheld
das schwarze Schaf in meinem Freudestall
wie ferne füttere ich dich mit meinen
Zynenworten dass du dich daran

verschlucken mögest gebe dir das Wasser

der Verachtung dümmster Schnösel
aller Zeiten Großmaul ohne jegliche
Erfahrung Schreckgespenst in Sonnen

zeiten deine Dämlichkeit kennt keine
Grenzen und mein Weh und Ach der
Frau die deine Wege kreuzt denn nur
die starken kommen durch und retten

ihre Haut du reizt mich dir die Fesseln
anzulegen einen Knebel der dein freches
Mäulchen stopft ich würde dir die Peitsche
geben damit du tust was ich von dir

verlange streichle mich genau an diesen
Punkten und du übst bis du es richtig
kannst dann führe deinen Zug durch mein
Gesäuse nicht zu langsam nicht zu schnell

ein hübsches Jammern will ich von dir
hören bereite mir die Wonnen der gelebten
Macht zu melden hast du nichts in meinem
Spiel ein Pinsel zwischen meinen Fingern

und parierst du nicht verschärfe ich die
Hiebe nur hast du mich irgendwann genug
bedient und weißt du endlich wie man sich
korrekt benimmt entlass ich dich für immer.

Sonntag, 3. Februar 2013

Drei Tropfen täglich

Dein Thermometer
macht mich erst
so richtig
fiebrig
heiße Wellen
überfahren mich
im Rhythmus
deiner Fürmichsorge
eile
über meine Kurven
gib mir
deine Medizin
in meinen Taumelmund
drei Tropfen
täglich.

Samstag, 2. Februar 2013

Geschäftlich

In Gefechten der Geschlechter
um bestimmte Blickeworte und
Berührungsgesten unerlaubte
längst Alltäglichkeiten
Zulassungsberechtigungen für
sexistisches Gesagtgemeintes 


treffen und begegenen wir
uns tadellos korrekt professionell
geschäftlich sehe ich dich barfuß
gehen höre plaudernd deine sanfte
Stimme grinsend scherzen wir uns
Federbälle hin und her ich kenne
deine Hemdengröße falte deine
Slips und streiche über deine
hochmodernen Schuhe wenn du 


aus dem Haus auf ferne Reisen
gehst ein Wimpernschlag ein
Augenzwinkern und ein leichtes
Spiel mit meinen Lippenwinkeln
kann ich leider nicht verhindern
und nehme deine Sympathie
in deinen Blicken gern entgegen.

Hügelbeete

Komm zu mir
auf meinen Hügelbeeten
hast du beste Aussicht
die Stürme der Lust
im Duft der tiefen Erde
zu empfangen
und in ihren Tälern
darfst du ruhen
die Wärme meiner
Fürsorge zu kosten
die dich mit
meinem Nektar nährt
platziere
deinen Gattenzwerg
an seinen Lieblingsplatz
wir verzaubern ihn
zu einem Kaiser
im neuen Kleid
ich vermiete meine
heiligen Gemächer
zum Segen
meiner Beete
damit sie mir nicht
zu Hügelgräbern
werden.


Freitag, 1. Februar 2013

Talenge

Die Lilie neigt sich in die Gegend eines Roten Fingerhutes
und in moosgepelzter Talenge sucht der Bach sein Schlupfloch
der Clematis Blütenknospe schält sich frei und
steigt dem Saum entlang inmitten dieses Waldgetümmels

Klinsenwasser birgt die Forelle still das Mäulchen leicht geöffnet
rinnt ihr Tau herab den Kopf geradeaus und zielgerichtet
wahrt sie leuchtend Haltung vor dem rituellen Angriff
hier im wilden Schlitterbach wagt sie sich flugs aus dem Versteck

und geht zum Drängeln über herrschaftliches Einzelexemplar
die Strömung lässt sie weiterschwingen hungrig beben
ihre Lippen laufen bläulich an im Blattwerk lauert sie auf Beute
die Clematis setzt sich in gebrochenen Lauten ins Benehmen.