Dienstag, 27. November 2012

Wolkenlust

Dein zaghaftes Lächeln
verschleiern kaum die Blicke
die sich in mich graben
mir das Braun der Augen
deiner Iris einverleiben
ich ahne
meine Erwiderung
öffnet deine Arme
deine Hände legen sich
auf meine Arme
und unsere Lippen
schmetterlingsgeflügelt
daunenweich
nährst du
genussvoll meine
kurzatmig entblößten
Sinnenblumen
einer Wolkenlust
Schamfreiheit.

Mund-Art

Deine Lippen
flanieren
über meine Schenkel
bis zur nächtlichen Begegnung
in den Volants
der Wendeschleife.

Donnerstag, 22. November 2012

Bastei

Spiel mir die Toccata beim Weg in
unsere Bastei ich gehe dir voraus
im weißen Schleierkleid das Rotwein
glas noch in der Hand nun folge

mir Geliebter diese Brücke aus
Enthaltsamkeit von Flimmerbildern
überquere schichtgefaltet sind
die Mauern die dich in Empfang

genommen lass dein Timbre durchs
Skriptorium tauchen ich werfe dir
den Ball zu und du nimmst ihn
lachend auf ein Wort ergibt das

andere und ich gefalle dir in meiner
Mandorla mit deinen herzoglichen
Händen öffne meine Spange leg den
Store zur Seite denn ich bin dein

weites Land das dir gehört bereise
es nach deiner Lust verweile in der
Hügelkette unter deinem Umhang
lege ich dein Haarkleid frei benetze

es mit meiner Zunge die dein Mund
begehrt sind Brunnenwonnen auf
dem Vorhof unsres Palas sorglich
herrschen wir einander schlage deine

beiden Zelte auf meinen Hüften auf
und endlich zieh mich langsam zu dir
hin dein Bübel sehen spüren schmelze
ich wie Sahne in der Sonne vergangen

alles Sprechen bis auf Glossolalie sind
wir geballt wie unsre Laute unsre Körper
querverwunden senke den Pilaster ins
Gewölbe lass uns trinken aus dem Gral.

 

Mittwoch, 21. November 2012

Fäden

An Fäden
scheine ich
zu hängen
die wohl
an deinen
Händen
und an meinem
Rücken
befestigt
sein müssen
je kürzer
du deine
Schnürchen
hältst
umso lebhafter
bewege ich mich.

Dienstag, 20. November 2012

grenzen

als deine blicke
ganz auf mir ruhten
deine hand

sich kaum mehr
bewegte
durchbrach
das gefühl
körpergrenzen
erfüllte mehr als
nur mich
und meine
tränen.

Sang

Weißt du noch
du legtest dich
auf deine Couch
beinahe unbekleidet
die Hände eine Schale
unter deinem Kopf
an der schummrig
beleuchteten Decke
hingen deine
lauschenden Blicke
vom Nebenzimmer aus
sang ich dir
die Amarilli
unter der Türe
Sebben crudele
nah bei dir
das Caro mio ben
ganz nackt
nie waren Augen
so voller
Hingabe.

Montag, 19. November 2012

Entspannt

Du weißt genau wie gern ich diese
Stunde schlürfe wenn bald mein Tee
droht abzukühlen bin ich versunken

und du ahnst mein Rücken hätte

etwas Dehnung nötig meine Beine
zieh ich auf das Sofa lege mich auf
deinen Schoß so kann ich zwar den
Tee nicht mehr genießen doch

du hältst mir den Rücken frei und
deine Hände führen meine Zeilen
hin zu einem Ende das so gar nicht
Inhlt meines Buches ist auch

zwischen deinen beiden Zeilen regt
sich subversiver Widerstand der
Stoff wird abgelegt der Kerl drängt
sich so köstlich in den Vordergrund

da kann ich nur mit meinen kaum
verhüllten Brüsten gegenhalten diese
drei berühren sich als hätten sie sich
nicht gekannt du führst dein Streich

holz ich das Reibetal zum Funkenflug
wir kosten unsren eignen Tee aus
heißen Mündern träufle ihn mit deinem
Löffel in die honigsüße Tasse.