Sonntag, 30. September 2012

Feuchte

In der Feuchte
liegen Wachsen
und Ent-Faltung
begründet

ein Aufrichten
Umschlingen
und Dringen
endlich Versenkung
in Feuchte

auf Grund liegen
Nahrung spenden
verwandeln und vergehen
satt an die Oberfläche
zurück kehren.

Dienstag, 25. September 2012

Schwül

Weshalb der Schweiß nur so kribbeln muss
ausgerechnet in der Mitte des Busens
die Schürze war niemals mir
sommertauglich. Mich flieht nur das

frisch geschürfte Wasser.  Tropft dort
der Wasserhahn? Moment  ach, es sind 
Schritte, diese ich kenne sie schon - frisch,
klar...Ein Taschentuch auf die Stirne geplustert

erstickt zwischen den Brüsten. Innehalten
die Tür kommt von alleine mir näher und
die Geräusche - sind hintertürs einverleibt
doch was sollte ich barfuß  im Treppenhaus?

Ein Brennen auf mir - stumme Arbeit. Die
Türklinke fächelt ein Kichern mir zu und
breit grinst schon der Türstock. Die Stufen
höher und höher mein Herzklopfen folgt.

Ein Pochen im Kopf oder ist es der Widerhall
der rhythmischen Stöße der Wand? Den
Schweiß aus den Poren treibt mir das
Schwellen des beiderseitigen Stöhnens

seines rascher und ihres klingt fließender,
das Treppenhaus schwült mir die Feuchte
schwindlig wir mir ich sinke auf die Stufe
das Ohr an der Wand, die Hand fährt spazieren.

Bluse

Wie sorgsam
du mir die Bluse aufknöpftest
doch mit der Zahl der
entblößten Knöpfchen
verlor sich deine Behutsamkeit
in Ungezwungenheit
und zügelloser
zielbewusster Lust
unsere Triebe wurden
Herren über uns
und du über mich
wir gaben uns
bedingungslos hin
öffneten uns weiter
flossen über und unter
wie sorgsam
du mir
die Bluse wieder
zuknöpftest.

Herbsthauch

Geflüstertes Wort
Hitze der Lippen bewahren
für den Herbsthauch

Samstag, 22. September 2012

Eros

Ich dürste schwer nach deinen Händen
deiner Stimme deinem Mund
der glutbegehrte Duft er raubt mich aus
mit Sanftmut und mit Scheu sich nähernde Lippen

richte deine Blicke auf meinen wohlgeformten Körper
ich stelle mich dir aus meine Grenzen
darfst du aufsaugen mit Leuchtaugen des Begehrens
sämtliches Rund gerate in meine Falle

ich drehe mich dir zu meine Antennen
beherrschen das Maß zwischen uns
lass dich entzücken und bewundere
eine Sonne die zum Feuerzauber taugt

meine erdberrot pulsierenden Schätze
darfst flüchtig betrachten und sorgsam berühren
sie sind nur für dich so gestaltet
nur für den einen Gedanken zu teilen

und mehren die Lust zwischen uns
meine Haut ist längst weiter
sie liegt schon in deiner Behaarung
wenn ich mich entblöße du nimmst mich

mich an und mich auf auf deinen Leib
deinen Schoß legst du mich
schenkst deinen mir bis auf den Grund
mein Denken und Fühlen durchdring mich

verseh mich mit dir versetz mich mit Wollust
mit Macht und mit Rufen
das Unbeherrschtsein wird Herr über uns
wie du über mich deine Größe verdunkelt das Licht

reiß mich schon an dich in Abgrund-Begierde
im Wirbeln des Fühlens entkleideten Seins
sprengen wir Grenzen von Haut und von Nähe
von Ich und von Du ein einziges Feuer gezündet an uns.

Freitag, 21. September 2012

Schlüssel

Du flüsterst
mir zarte Worte
ins Ohr

so ganz nah
an meiner Wange

ich kann es
kaum glauben
welch lustvolle
Botschaften
den Weg zu mir
finden

wir halten
beide
den Schlüssel
zur Türe
in der Hand.

Mittwoch, 19. September 2012

Feuer gefangen

F angen deiner Worte zwischen Sätzen
e iner Endloskette unsrer Birefe hin
u nd hergeschoben und
e rgänzt mit einem Lächeln zarte
r osa Blüte oder Frucht noch etwas unreif

g erne nehme ich die Gaben denn
e mpfangsbereit ist auch mein Korb
f ür süßes Obst es fühlt sich
a n wie Samt und meine Seide legte ich
n och lieber dir zu Händen
g ut gefüllt mit meiner Wonne und
e rgänzt mit unsrem Feuer
n ichts was diese Lust uns raubte.

Jugendsünden

J eder Mensch trägt ein verborgenes Register
u nterm Hemd an das er manchmal sich erinnert wie
g enussvoll jene Übertretung zelebriert hinter dem Vorhang
e iner weiteren Erfahrung neuer Lust und auch des hierfür
n ötigen Ertauchens in solch schwarze wasserkalte Gründe

d ie noch nie zuvor betreten welche Wonne wenn die Probe
s icher überstanden und Entzücken was der Himmel
ü ber allen Wolken zu bescheren hatte Lust und Leidenschaft in
n icht zuvor gekannten Dimensionen und dabei noch
d ie Gefahr entdeckt zu werden welche Schande hätte
e s bedeutet wären einst die Sünden frisch ans
n ebelfreie Licht gekommen .

Montag, 17. September 2012

Ranken

Mit deiner Stimme
deinen Worten
bist du der Dünger
meiner Blumen
unter deinen Händen
gedeihen sie
zur Parkanlage
forme meine
Ranken
ganz nach deiner Lust
du muss sie nur noch
kräftig gießen

Halbe Stunde

Im Gegenschein
des grünen Blätterdachs
sitzt er auf seinem Hocker
ganz in weiß gekleidet
blickt versonnen
in den Zwischenraum
die klassische Gitarre
seine Begleiterin
Melodien
die Wehmut fördern
Heimat in der alten Stadt
ein Wandelpfad
in Moll und Dur
ich gehe auf ihn zu
eine halbe Stunde
seine Nähe.

Freitag, 14. September 2012

Catsuit-Tanz

Unter meiner langen schwarzen Jacke
Lederstiefel hoch und spitz die Stöckel
und darüber nicht einmal ein Röckel

Stiefelschaft bis rauf zur Hinterbacke

deine Türe voller Knospenrosen
und du blickst mir voll Erstaunen nicht nur
ins Gesicht auch über die Kontur
ich fall dir in die Arme und im Kosen

lasse ich die offne Jacke gleiten
langsam rutscht sie von den Schultern tiefer
legt ein Catsuit frei dir fällt der Kiefer

Maschen eines Netzes die sich weiten
wenn ich vor dir tanz mit langen Schritten
ich beweg mich wider brave Sitten.

Sofa

Über meinen Rücken deine Hände
lass sie eine Reise unternehmen
darfst dich gerne dabei an mich lehnen
sagt man nicht sie sprächen ganze Bände

und dein Sofa schmiegt sich um die Beine
lese dir aus meinem Lyrik-Reich
und meine Stimme klingt so seltsam weich
es ist das Paradies von denen deine

Sätze hier in dieser Stunde raunen
während deine Finger meine Worte
formen und dein Lob der sanften Sorte

mich komplett durchdringt durchströmt ein Staunen
unsere Gesichter denn ich sehe
mich in dir wenn ich mich nach dir drehe.



Mittwoch, 12. September 2012

Weichspüler

W elche Fantasien brauch ich um mich auf dich
e inzustimmen deinen Tonfall deinen Duft muss
i ch mir nur in mein Befinden locken und schon bist du da in
c irca zehn Sekunden recke meine Brüste vor und
h alte meinen Hals gerade oh mein enges Oberteil

s ieht wirklich scharf aus und der Rock ist kurz und
p asst wie angegossen wenn du dann hereinkommst
ü berströmen deine Blicke mich und ich hab weiche Knie
l angsam kommst du näher und ich bebe unter deinen
e hrgeizigen Händen weiche auf und bin ganz dir und ganz
r eal empfangsbereit komm her und überflute mich.

Fingerspitzen

Wir dehnen
wie Gräser im Frühlingswind
unsere Fingerspitzen
auf einem Boden
der sich mit Vertrauen
angespurt hat
Tautropfen der Lust
aufeinander
Kuppen die auf
Quadraten enden
geheime Kombinationen
die Ekstase hervorrufen
wir meinen
das selbe
und nur wir
verstehen unsre
selbst ernannte Sprache
flüchtiger
als die würfelförmigen Emporen
auf denen wir stehen
und uns kaum merklich
tief
berühren

Dienstag, 11. September 2012

Hinterhof

Wir zogen uns zurück in jenen
Hinterhof der ein paar Blicke lässt
zum Fluss und auch nach gegen
über Backsteinwände fehlerhaft

und löchrig kleine Käfer Efeuranken
die mit wilden Kräutern schmusen
die Graffitti sind längst selber alt
und überwachsen und aus einer

Fensternische blüht der Flieder
dunkelviolett im Dämmer rotent
flammt du brichst mir einen Zweig
und reichst ihn mir wir sehen durch

das himmelsoffne Fenster in die Weite
engen uns mit meinem Zweiglein und
mit einem Fingerherz auf deiner Stirn
das Zeichen das nur uns gebührt.

Brennendes Verlangen

B rennendes Verlangen nach dir
e bnet letzte Zweifel am Gelingen
g ierig tanzen unsre Zungen
e inig sind wir schon im Wollen
h ier und jetzt und keine andre Gegenwart so

r aunen wir uns zu und Haut an Haut
e rreichen wir die hohen Weihen
n äher tiefer bis zur Schmelze.

Dienstag, 4. September 2012

Lehrer

Wir reichen uns
das Plektrum
hin und her
obwohl du
zwei dabei hattest
doch ich war
aufgeregt
in deiner Nähe
nichts bekam ich 
auf die Saiten
unsere Daumen
berührten sich leicht
mit deiner
dicken Feile
musste ich den
Mittelfingernagel
kürzen
und du fühltest
länger als erforderlich
nahmst meine Hand
dein Daumen strich
sanft über die Fläche
bevor du mir
die linke an den Korpus
legtest
deine Blicke
tiefer
als der lange Hals
meiner Gitarre.



Samstag, 1. September 2012

Landhauskleid

Ein wenig spöttisch 

blicktest du 

auf mein blaues Landhauskleid 

kariert mit großen Silberknöpfen 

so etwas Gediegenes 

trägt heute keine Frau von Welt 

dachtest du ganz sicher 

doch später als wir 

auf der Decke saßen 

und du den Leinenstoff befühltest 

zeigten dir die großen Silberknöpfe 

wie leicht sie sich aus ihrem 

Knopfloch lösen lassen 

vier Stück am Oberteil 

und unten sechs und siehe 

auch der Slip war schon entschlüpft 

als wir schlussendlich 

aufeinander saßen 

und du mich sanft 

als Schaukelstuhl bewegtest 

steckte ich noch immer 

in dem blau karierten 

Landhauskleid.