Montag, 26. März 2012

Königin

Die Hühner schliefen den ganzen Tag lang
doch einen Karpfen wecktest du abends
er fiel dir vor Schreck aus dem Mund und
ich steckte ihn in meine Aktentasche bevor


ein Gasballon mit der Aufschrift Hallo Alltag
vor unseren Nachtaugen sich langsam erhob
wir sprangen flugs in den Korb besahen die
Täler und Heimatgewässer und auch die


versteckte Fabrik auf bewaldetem Berg weit
flussabwärts am Stadtrand und gleißend
erleuchtet die Straßenbahn eben geboren
auf dessen Runddach wir sprangen


vor jener langen Zugfahrt nach Hause
genossen wir abgefülltes Kommunbier
und ich winkte dir rosig mit Lippenstift
doch dann in der U-Bahn-Station


vor dem schmalen Transportband
begegneten wir uns mit anderen Augen das
Spiegelbild zeigtest du mir
und aus meinen vertrockneten Körpern


vernahm eine Blume dein Herzgepoch
als wir am Tische den Landplan studierten
die Dörfer die Bäche
nach Wassern verlangte ich sehnlich


du ließest die kosenden über mich rieseln
die meiner Blume ein kindliches Kichern entlockte
dann musste die Königin gehen.


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