Montag, 26. März 2012

Heilige Hochzeit


Dem Babylonischen Mythos nach hatte die Göttin Ishtar ihren Heros, den Fruchtbarkeitsgott Tammuz. Am wichtigen Neujahrsfest, dem Fest der Rückkehr von Tammuz aus der Unterwelt, zog der König zum Tempel der Ishtar und feierte mit der obersten Priesterin die „Heilige Hochzeit“. Diese Vereinigung der Göttin mit dem Heros, der Priesterin mit dem König, war das große Fest, das auch vom Volk in erotischen Ritualen mit den Priesterinnen der Ishtar gefeiert wurde. Ishtar wurde zur Liebesgöttin des Altertums. (aus: K. Gaube, Dr. A. von Pechmann, Magie, Matriarchat und Marienkult, rororo 1989)


Die Priesterin des Dorfes hat alle jungen Männer zu sich gerufen. Diese folgten ihrem Ruf nur allzu willig, denn sie wollen ihren kostbaren Beitrag zur Fruchtbarwerdung des Landes leisten.
Zwanzig Jünglinge haben sich im Tempel versammelt und sitzen in einigem Abstand um die Feuerstelle in der Mitte. Zwei Dienerinnen streuen Kräuter auf die Glut und lächeln die Männer liebevoll und mit tänzelnden Bewegungen an. Unweit von der Feuerstelle ist das Lager bereitet. Noch ist es leer. Bei gelockerter Stimmung flüstern die jungen Männer, die sich entblößt auf die Sitzkissen nieder gelassen haben, über das bevorstehende Ereignis, das sie nur von Erzählungen kennen. Sie raunen sich in Stimmung und reiben sich in ihrer Hockstellung ihre erwartungsvollen Glieder leicht zwischen ihren Oberschenkeln. Es duftet nach Rosen und Myrrhe.
Nach einer Weile betritt die Priesterin den Tempel, in zarten Gewändern und leichfüßigen Schrittes strebt sie der Feuerstelle zu. Ihre Dienerinnen begleiten sie. Die Priesterin mustert die Ankömmlinge wohlwollend.
Nun legen die Dienerinnen der Priesterin die Augenbinde an, denn nicht die einzelnen Jungmänner, sondern das Ritual steht im Mittelpunkt der Feier. Langsam und behutsam entkleiden die Dienerinnen die Priesterin, und ein Raunen durchweht den Tempel. Zwei Männer lassen bereits ihre Milch fließen, auch das gehört zum Ritual und leitet es nun ein.
Die Männer erheben sich und die Priesterin befühlt im Vorbeigehen die Körper und Füllhörner der erwartungsvollen Männer. Die vergossene Milch der beiden Voreiligen benutzt sie zur Salbung ihres Ishtar-Gartens. Sorgfältig wählt sie drei Männer aus. Gemeinsam begeben sie sich auf das Lager. Die Männer berühren ihren Körper mit ihren feinfühligen Händen, und die Dienerinnen bewachen die Zeremonie. Die Männer legen die Priesterin auf den Rücken und bedecken ihre wogenden Hügel mit Küssen und ihren Zungen. Jeder möchte der erste Besucher ihres Gärtchens sein. Die Priesterin windet und räkelt sich zunehmend und in ihrer Ekstase bestimmt sie durch den Druck ihrer Hand, wer der erste Gast sein darf.
Wieder geht ein Tuscheln und Stöhnen durch die Reihen der Zuschauer. Der Auserwählte verwöhnt die Priesterin noch einmal an den besonders reizvollen Bereichen mit seinen Händen und kostet ihren Honig, bevor er ihr genüsslich seine Männlichkeit und zunehmend geräuschvoll und bewegt seine Fruchtbarkeit schenkt. Ausgelassen seufzend bedankt sich die Priesterin für seinen Dienst.
Die Dienerinnen prüfen nun seinen Milchfluss und nehmen ihn in ihre Obhut. Die Dienerin seiner Wahl hat er dann auf dem Nebenlager achtvoll zu verwöhnen, während der zweite Prinz von der Priesterin auserwählt wird.
Er darf sich nun auf ihren Platz legen, und die Priesterin lässt sich daraufhin auf seinem Heroshorn nieder. Vor Wonne sieht er die Sterne kreisen und umfängt sie mit seinen Händen. Der dritte Anwärter darf währenddessen die Rückseite der Priesterin behüten. Daher kommt die Priesterin überschwänglich zu größtem und mehrfachem Genuss, und ein Schütteln und Zucken ergreift ihren Körper, was von den Dienerinnen und Zuschauern freudig begrüßt wird. Der zweite ruft ebenso begeistert, während er im Rausch seine Spende abgibt. Erlöst erhebt er sich und wird von der zweiten Dienerin in den Arm genommen. Die Feuchtigkeit im Tempel ist deutlich gestiegen und die Wonne der Zuschauer hat sich bei einigen wieder im Milchfluss entladen.
Nun ist der Dritte an der Reihe. Er schiebt die Priesterin von der Hocke auf die Knie und leckt ihr Salzwasser auf ihrem Rücken und ihrer Hinterseite. Ausgiebig pflegt er ihren blühenden und überfließenden Ishtar-Garten und bereitet ihn auf das bevorstehende Ereignis vor. Er rückt näher an sie heran und lässt seinen Hirtenstab wandern, ausgiebig suchen und sein Ziel zwischen ihren Hinterhügeln finden. Er drückt sie etliche Male ohne Eile mit seinen Händen an ihrer Rückpartie zu sich her und schiebt sie nach seiner Vorstellung ein wenig nach vorn. Er möchte seine Fruchtbarkeit nicht hastig spenden, so hat es den Anschein. Die Priesterin beginnt keuchend zu protestieren, sie jammert, schluchzt und juchzt. Bis auch der Glückliche seine Milch nicht mehr an sich halten kann und sie mit pulsierenden Bewegungen und Lauten der Priesterin zum Opfer bringt. Eine Flut von Milch und Honig fließen ohne Unterlass. Ein Applaus der Zuschauer beendet den ersten Teil des Hochzeitsrituals, während der dritte junge Mann bei den Dienerinnen Aufnahme findet. Die Priesterin ruht nun eine Weile.

Nach der Pause wird das Ritual noch ein- oder zweimal in der gleichen Art durchgeführt. Dann macht sich bei der Priesterin Erschöpfung breit. Sie darf sich zurückziehen und die gespendete Milch in ihrer fruchtbaren Schale zusammen strömen lassen. Sie lässt die Zeremonie nochmals aus ihrem Gedächtnis zurückkehren und wählt ihren Heros, den sie aufgrund ihrer Augenbinde nicht gesehen hat. 

Währenddessen bereiten die nun wieder bekleideten Männer mit den Dienerinnen das heilige Hochzeitsmahl zu. Im Tempel werden Tische und Bänke aufgestellt, und die Priesterin wird gerufen. Erst wird gegessen und getrunken und dann bespricht sich die Priesterin mit den Dienerinnen schwatzend und lachend über ihren Heros. Die Spannung unter den Männern steigt. Zu jedem ihrer Liebhaber spricht sie in wohlwollenden Worten, bis sie ihren Heros benennt. Unter überschwänglichem Applaus ziehen sich die beiden zurück, während die anderen noch feiern bis spät in die Nacht.

Nach dem erfolgreichen Ablauf der Heiligen Hochzeit wird diese in den folgenden Wochen von allen Bewohnern des Dorfes in den  Häusern und Hainen ausgiebig nachgefeiert.

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