Freitag, 21. Dezember 2012

Märchen

Fabeln und Schwänke erzählen wir uns
in Abschnitten halb verborgen
schemenhaft hinter Vorhangstoffen

bei denen sich Spiegel und Durchsicht
vermengen im Simultanen eines
ruhigen Baches der schattigerseits
seinen Grund zeigt

Flüstern tropft in die Handfläche
das Rascheln der Gardine
hebt die Augenbraue
hinter Steineästen wellt das Bächlein

und am Ufer wächst der Bärenklau
lässt erahnen schiebt die Zweifel
vor dem flüchtigen Bild beiseite

wir lauschen unseren Stimmen
zwischen Schmunzelsätzen
und steigern hörend das Vergnügen

am Vorabend des Kalenderendes
alter Mayazeit möge eine neue eilen
das Zeichen nähme ich
die Initialen keimend eingschlossen

lichtabgewandt schlägt die Wurzel
prall und rot die Knospe eines Kusses

unsere Hände malen die Erzählung aus
das Lächeln setzt das Licht der Abendsonne
Märchen können viel verschweigen.

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